Lokalsport: DTG setzt auf ein neues Jugend-Konzept

Lokalsport: DTG setzt auf ein neues Jugend-Konzept

Tennis: Die Dinslakener TG wendet das Talentino-Prinzip an. Das Training wird sich zwar nicht ändern, aber Trainer und Eltern haben einen besseren Überblick über den Leistungsstand. Kinder von sechs bis zwölf Jahren können teilnehmen.

Die Dinslakener TG Blau-Weiß ist jetzt ein Talentino-Club. Damit folgt der Tennisverein dem Leitfaden des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Trainer Thomas Lönegren und sein Assistenz-Coach Lennart Mitschker haben die neue Vorgehensweise vorgestellt.

Das Talentino-Konzept stammt aus Süddeutschland, wurde dort über einen längeren Zeitraum getestet und vom DTB für gut befunden. Es ist geeignet für Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren. Die Kinder werden anhand ihres Könnens in unterschiedliche Stufen eingeteilt und sollen auf spielerische Art und Weise lernen.

Für Trainer Lönegren spielt das genaue Alter aber keine Rolle bei den einzelnen Stufen: "Es gibt immer mal Kinder, die aus einer anderen Sportart kommen, erst mit neun Jahren anfangen, aber schon sehr gut sind. Das Tempo, in dem die Kinder verschiedene Dinge lernen, ist auch immer unterschiedlich. Wenn ein Kind besonders talentiert ist und schnell durch die Stufen geht, besteht auch die Möglichkeit, es früher hochzustufen."

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Die drei verschiedenen Stufen sind nach Farben sortiert: Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren sind in der roten Stufe, von acht bis zehn geht es in die orangene Stufe und im Alter von zehn bis zwölf in die grüne Stufe. Jede Stufe hat nicht nur unterschiedliche Trainingsmethoden, sondern auch eigene an das Spielniveau und die körperlichen Voraussetzungen angepasste Bälle und Schläger. Um die Kinder vernünftig in ihrer Entwicklung einstufen zu können, gibt es verschiedene Testreihen, die die Trainer durchführen. Jeder Talentino, wie die Kinder im Konzept genannt werden, erhält ein Heft, in dem verschiedene Lernziele und Erfolge formuliert sind. Wird ein Ziel erreicht, so gibt es einen Sticker vom Trainer zur Belohnung. Lönegren sieht in dem Heft aber weit mehr als nur eine Stickersammlung: "Für die Kinder ist es natürlich toll, wenn sie ihr Heft voll haben, alles geschafft haben und in die nächste Stufe können. Wichtig ist aber vor allem, dass auch die Eltern viel besser sehen können, wo das Kind gerade steht und was es schon gelernt hat. Manche Eltern haben nicht die Zeit, um immer dabei zu sein, so haben sie auch ein ständiges Feedback." Das Training wird sich laut Lönegren aber nicht besonders ändern: "Es geht eher um die bessere Einstufung und die Transparenz für Eltern."

Die DTG bietet Mitte Mai im Rahmen von Talentinos zwei Schnuppertermine für Neulinge an, bevor es Ende Mai ein sechswöchiges Talentino-Programm gibt. In den sechs Wochen wird zum Preis von insgesamt 49 Euro je einmal pro Woche trainiert. An den Schnuppertagen können alle Kinder nach einer Anmeldung teilnehmen, eine Vereinszugehörigkeit ist nicht nötig.

Auch an die ganz kleinen Spieler wurde bei dem neuen Konzept gedacht. Die Kinder zwischen vier und sechs Jahren werden Ballmagier genannt und sollen den einfachen Umgang mit der Filzkugel lernen. Lönegren beschreibt das Konzept als "Motorikschule, in der Spaß und Motivation im Vordergrund stehen. Ins wirkliche Techniktraining geht man erst später."

(RP)