Lokalsport: DJK schenkt dem VfB sechs Treffer ein

Lokalsport : DJK schenkt dem VfB sechs Treffer ein

Fußball-Bezirksliga: Vierlinden dreht in Lohberg in der zweiten Halbzeit beim 0:6 (0:2) richtig auf.

Seit rund einem Monat ist Mike Grau Angestellter des VfB Lohberg. Er ist international geprüfter Präventions- und Sportmasseur, alsbald zudem ausgebildeter Personal-Trainer. Grau assistiert Trainer Patrick Frosch, hilft beim Trainingsprogramm und kümmert sich um die körperliche Gesundheit der Kaderspieler. Kurz nach dem Abpfiff des Fußball-Bezirksligaspiels gegen die DJK Vierlinden, der VfB hatte mit 0:6 (0:2) verloren, waren dann völlig andere Kompetenzen Graus gefordert. Er musste Aufbauarbeit leisten. Ganz allein kauerte Bastian Danziger in seinem Tor. Grau eilte hinzu, hob, ganz väterlich, Danzigers Handtuch und seine Torwarthandschuhe auf, derer sich der 20-Jährige zuvor entnervt entledigt hatte. Dann geleitete Grau den Torhüter zu seinen Kollegen.

Die Laune ist schlecht. Und die Lage erst recht. Der VfB ist Tabellenletzter, erstmals in dieser Spielzeit. Von 30 möglichen hat dieser Verein lediglich vier Zähler gesammelt. Nach der 0:7-Klatsche gegen Genc Osman kassierte der VfB erneut ein halbes Dutzend. Die Manöverkritik kurz nach der Partie geriet deutlich. Trainer Frosch hielt einen flammenden Appell im Kreise seiner Mannschaft. Die Minusleistung in den letzten 20 Minuten bezeichnete der 33-Jährige als "Schande". Wenig später konkretisierte er: "Wir haben uns wieder ergeben. Wichtig ist, dass wir gemeinsam kämpfen. Das haben wir nach dem 0:3 aber nicht mehr getan." In der ersten Halbzeit hatte der VfB noch ordentlich dagegen gehalten. Dennoch geriet er in Rückstand. Yalcin Nezir profitierte von einer missglückten Abwehr Manuel Viltuzniks und dem zu zaghaften Einschreitens von Torwart Danziger(16.); Peter Pfeifer düpierte Hubert Twum-Barima und Marius Mikat vorm 0:2 (45.). "In der Situation", so Frosch, "fehlt mir dieser absolute Wille, die Situation zu lösen."

Mit fortschreitender Spieldauer wehrte sich der VfB immer zaghafter. Die Koncic-Zwillinge Benjamin (75., 85., 89.) und Nikola (81.) erhöhten. Schon nach dem Desaster gegen Genc Osman geißelte Frosch die Einstellung der Seinen; ähnliche Worte fand er eine Woche später. "Ich war nie der beste Fußballer", sagte er, "aber für meine Mannschaft habe ich immer 110 Prozent gegeben." Einige Spieler müssten ihr Ego endlich hinten anstellen. Froschs Dilemma: Die Nicht-Leistungen mancher Akteure kann er kaum sanktionieren. Personell hat der VfB große Sorgen. Frosch fehlen die Alternativen. Immerhin: Tim Bruß und Orkan Güclü werden in nächster Zeit zurückerwartet. Frosch weiß: "Wir müssen eine Reaktion zeigen." Um Laune und Lage zu verbessern.

Vierlindens Trainer Almir Duric war trotz der Pausenführung durch Yalcin Nezir und Peter Pfeifer aber nur mit der Leistung in der zweiten Halbzeit zufrieden, in der Benjamin Koncic fast einen lupenreinen Hattrick erzielt hätte, wäre ihm sein Bruder Nikola nicht mit dem 4:0 dazwischen gekommen. "Nach der Pause waren wir sehr diszipliniert und haben die Tore sehr schön raus gespielt. Diese Leistung hätte ich mir über 90 Minuten gewünscht", so der nicht leicht zufriedenzustellende DJK-Coach.

VfB: Danziger; Stelzer, Viltuznik, Krause, Mikat, Heuser (82. Ujkani), Aktas, Theißen, Twum-Barima, Andrud, Emde.

DJK: Janssen; Topal, Koumbaz, Nezir, Brajic (69. Candar), Singh (69. Mehmet Yilmaz), Nikola Koncic (82. Karabaic), Pfeifer, Okan Yilmaz, Benjamin Koncic, Kilic.

(L.E./sven)