Dinslaken: RWS Lohberg ist in Wuppertal chancenlos

Fußball : 0:13 – RWS Lohberg kämpft, ist aber chancenlos

In der ersten Runde des Niederrheinpokals muss sich der Bezirksligist beim Wuppertaler SV geschlagen geben. Der Regionalligist ist in allen Belangen überlegen. Die Lohberger nehmen aber wertvolle Erfahrungen mit.

Beim Fußball-Bezirksligisten RWS Lohberg waren Spieler, Trainer und Funktionäre im Vorfeld nicht so vermessen gewesen, von einer Pokalsensation zu träumen. Zu groß schien die Kluft zwischen dem ambitionierten Regionalligisten Wuppertaler SV und seinen Gästen, die im Sommer fast ihre komplette Stammformation ziehen lassen mussten.

So wollten die Rot-Weißen die Niederlage in der ersten Runde auf Verbandsebene lediglich in einem erträgliche Rahmen halten und möglichst nicht zweistellig verlieren. Doch obwohl sich der Außenseiter aus Dinslaken vor 456 Zuschauern im ehrwürdigen Stadion am Zoo von der ersten bis zur letzten Minute voll reinhängte, wurde nichts daraus.

Bei der 0:13 (0:6)-Niederlage hagelte es Gegentreffer en masse. Die Wuppertaler Profi-Fußballer spielten sich nach der 1:5-Niederlage im Ligabetrieb gegen Rot-Weiss Essen den Frust von der Seele.

„Wir haben den Ball nicht wirklich bekommen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht vor dieser Kulisse“, sagte RWS-Einwechselspieler Eren Karaoglu gleich nach dem Schlusspfiff. Sein Trainer Thorsten Albustin gab zu, mit dem Resultat „nicht glücklich“ zu sein, hatte aber dennoch auch viel Positives gesehen: „Wir haben Mentalität, Einstellung und Leidenschaft gezeigt. Ich habe den Jungs vorher gesagt, dass sie jede Minute nutzen sollen, um aus dieser Partie etwas für die Zukunft mitzunehmen“, sagte der Selimiyespor-Coach.

Seine Schützlinge nahmen sich die Ansprache vor dem Anpfiff ganz offenbar zu Herzen. Sie ließen nie die Köpfe hängen und kämpften bis zum Abpfiff wirklich um jeden Ball, auch wenn die Unterlegenheit der Gäste in nahezu jeder Aktion des Spiels deutlich wurde. Fast im Minutentakt erspielte sich der Viertligist Großchancen. Keren Yildiz im RWS-Tor war bei fast allen Gegentreffern chancenlos, konnte sich bei vielen weiteren WSV-Versuchen sogar noch auszeichnen.

Kurios: Die ersten vier Wuppertaler Tore erzielte Kapitän Christopher Kramer, danach traf Kamil Bednarski, der insgesamt sogar sechs Treffer markierte, viermal in Serie. Beim Stand von 5:0 hatte Lohbergs Yakup Ince nach feiner Einzelleistung die einzige Chance für den Gast. Sebastian Wickl, der Ex-Hiesfelder im Wuppertaler Kasten, musste sich sogar mächtig strecken (36.). Den Vorstoß der Lohberger quittierten nicht nur die rund 40 mitgereisten Fans, sondern auch alle Wuppertaler Anhänger mit anerkennendem Applaus.

Am Ende nimmt Bezirksligist RWS Lohberg nicht nur die Erfahrung mit, in einem so großen Stadion gegen einen übermächtigen Gegner aufgelaufen zu sein, sondern wohl auch ein paar Euro. „Ab 300 Zuschauer kommen wir ungefähr bei Null raus“, hatte der Rot-Weiß-Vorsitzende Ali Acabuga vor dem Spiel durchgerechnet. Zumindest in dieser Hinsicht sollte sich der Einzug in den Niederrheinpokal also für Selimiyespor einigermaßen gelohnt haben.