Dinslaken: Hirsemann meistert Mammutrennen nach Görlitz

Radsport : Thorsten Hirsemann meistert Mammutrennen nach Görlitz

Der Fahrer des RSC Dinslaken nimmt am „Race Across Germany“ teil. Die Strecke ab Aachen ist 780 Kilometer lang. Einige Pannen begleiten Hirsemann auf seinem Weg nach Sachsen.

Eine sportliche Herausforderung der besonderen Art nahm Thorsten Hirsemann vom Radsportclub Dinslaken an: die Teilnahme beim „Race Across Germany“, dem mit 780 Kilometer längsten Rennen in Deutschland, das von Aachen bis nach Görlitz führte. Die Vorbereitung dauerte zwei Monate und begann mit einem Trainingslager auf Mallorca im April. In einer Woche spulte Hirsemann rund 900 Kilometer ab. Zur weiteren Vorbereitung wurden mit geringem zeitlichem Abstand mehrere Radmarathons über 300 Kilometer gefahren. Auch der belgische Jedermann-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gehörte dazu.

Nach einer Woche Ruhephase war es dann soweit. Aachens Bürgermeister und Veranstalter Dieter Göpfert schickten die Fahrer mit je zwei Minuten Abstand bei regnerischem Wetter auf die Reise. Beim Race Across Germany gibt es zwei Kategorien: mit Unterstützung und einem Begleitfahrzeug sowie die Variante Non-Support, bei der die Fahrer auf sich allein gestellt sind.

Thorsten Hirsemann startete nach einer unruhigen Nacht in der zweiten Variante und ging als letzter Teilnehmer auf die Strecke. Nach den ersten langsamen Kilometern durch Aachen ging es über die Eifel nach Bonn zum ersten großen Zwischenziel nach etwa 100 Kilometern. Weiter ging es durch den Westerwald und das Siegerland. Hirsemann machte immer wieder kleinere Pausen. Nach 215 Kilometern besserte sich in Herborn das Wetter, und so wurden die Kilometer bis zum ersten Kontrollpunkt in Bad Hersfeld bei Kilometer 340 angenehmer. Hier mussten Name und Ankunftszeit per SMS an den Renndirektor gesendet werden. Mittlerweile war es dunkel geworden, und nach der Reparatur eines schleichenden Plattfußes setzte Hirsemann die Fahrt fort. Um 4 Uhr am Morgen ging langsam wieder die Sonne. Rund 300 Kilometer waren bis Görlitz noch zu absolvieren.

Auf den letzten 150 Kilometern wurden die Straßen stellenweise sehr schlecht und die Anstiege steil. Kurz vor dem zweiten Kontrollpunkt bei Wilsdruff nahe Dresden musste Hirsemann sein Vorderrad wegen eines Defektes tauschen. Zehn Kilometer vor Görlitz gab es eine letzte Rampe zu absolvieren, bevor es bergab in die Stadt ging. Dort wartete Kopfsteinpflaster auf die Fahrer und forderte Konzentration, um nicht auf den letzten Metern zu stürzen. Im Ziel angekommen wurde Thorsten Hirsemann auf einem Festplatz begrüßt. Nach einer reinen Fahrzeit von 29 Stunden und 36 Minuten erreichte er in der Kategorie Non-Support den vierten Platz.

(RP)