1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken
  4. Sport

Dinslaken: Fabian Gorris mit ganz starken Nerven

Handball : Fabian Gorris mit ganz starken Nerven

Der Regionalligist MTV Rheinwacht Dinslaken setzt sich in einem Spiel auf Augenhöhe gegen den VfB Homberg mit 30:27 durch. Letztlich entscheiden die besseren Nerven zugunsten des Aufsteigers.

Der TSV Bonn und Aufsteiger MTV Rheinwacht Dinslaken bleiben das Maß der Dinge in der Handball-Regionalliga. Beide setzten ihre Siegesserie am Wochenende fort, wobei die Dinslakener mit dem VfB Homberg wohl den stärkeren Gegner zu bezwingen hatten. Am Samstag waren die Bonner mit einem 32:27-Sieg vom TV Rheinbach zurückgekehrt, tags darauf zog der MTV mit dem 30:27 über das Team von der anderen Rheinseite nach. Eigentlich hätte es in zwei Wochen zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams kommen sollen. Doch die Dinslakener gaben dem Wunsch der Bonner nach, die Partie auf den 20. Dezember zu verlegen. Der TSV möchte am 11. November lieber Karneval feiern.

Kaum ein Platz blieb in der Sporthalle an der Douvermannstraße frei. Die Erfolgsserie der Dinslakener hatte natürlich die eigenen Anhänger nochmal mobilisiert, doch auch die Homberger waren mit einem großen Fanaufgebot erschienen. So lieferten sich nicht nur die Mannschaften auf der Platte eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, auch auf den Rängen ging es laut und lebhaft zu.

Als nach 60 aufregenden Minuten die Schlusssirene ertönt war, durfte MTV-Trainer Harald Jakobs den Sieg auch als persönlichen Erfolg seiner taktischen Überlegungen feiern. „Die Pause für Maximilian Reede in der zweiten Halbzeit hat uns sehr gutgetan, auch weil Fabian Gorris in dieser Zeit Verantwortung übernommen hat“, sagte der Dinslakener Coach, der seinen langen Rückraumschützen für geraume Zeit auf die Bank gesetzt hatte, um ihn in der Schlussminuten zusammen mit Spielmacher Philipp Tuda wieder aufs Feld zu schicken. Tatsächlich wurde Gorris in zweifacher Hinsicht zum Matchwinner. Er nahm sich nämlich in Halbzeit zwei nicht nur die Würfe aus der zweiten Reihe, sondern verwandelte auch zwei Siebenmeter zum 28:27 und 29:27 nervenstark, nachdem Philipp Tuda zuvor zweimal gescheitert war.

Fast immer liefen die Gastgeber einem Rückstand von einem oder zwei Toren hinterher. „Wir hatten in der ersten Halbzeit so unsere Probleme in der Abwehr und weder Mirko Symanowicz aus dem Rückraum noch den Homberger Kreisläufer in den Griff bekommen“, sah Jakobs die Schwächen in seinem Team. Das lag wohl auch daran, dass Dennis Backhaus schon früh zwei Zeitstrafen sah – die zweite war allerdings völlig überzogen – und so in der Deckung improvisiert werden musste. Auch die Tatsache, dass mit Steffen Hahn der etatmäßige Rechtsaußen fehlte, beeinträchtigte das Dinslakener Spiel. Weder Nachwuchsmann Niklas de Lede noch Jonas Ahls waren in der Lage, diese Lücke sowohl im Angriff als auch in der Abwehr zu schließen. Hin und her ging es bis in die Schlussphase, als sich bereits ein vielleicht auch gerechtes Remis abzeichnete. Aber mit breiter Brust und viel Selbstvertrauen feierten die Dinslakener ihren sechsten Saisonsieg.

MTV: Banning, Spierau - d’Auria, de Lede (1), Backhaus (3), Kruse (6), Gorris (7/2), Jakobs, Enders (1), Jonas Höffner (2), Reede (6), Ahls, Niklas Höffner, Tuda (4/1).