Lokalsport: Die Frage nach der Zukunft des TV Jahn

Lokalsport : Die Frage nach der Zukunft des TV Jahn

Durch das Aus im Halbfinale des Niederrheinpokals bei Rot-Weiß Essen fehlen dem Fußball-Oberligisten Gelder für die nächste Saison.

Etwa eine Stunde lang hielt Fußball-Oberligist TV Jahn Hiesfeld im Niederrheinpokal-Halbfinale beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen gut mit, bekam letztendlich beim 0:5 aber die Grenzen aufgezeigt, auch wenn der Essener Sieg sicherlich ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen war. "Unser Ziel war, im Pokal möglichst weit zu kommen. Ich denke, wir können erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, auch wenn sie verloren hat", lobte Hiesfelds Trainer Thomas Drotboom seine Mannschaft auf der Pressekonferenz, nachdem er sein Team auf dem Platz, wie üblich, noch versammelt hatte und sich die Spieler um Kapitän und Torjäger Kevin Menke von den Hiesfelder Fans hatte feiern lassen.

"5:0 ist hoch und in der Höhe auch nicht verdient. Unterm Strich hatten wir uns vorgenommen, kompakt zu stehen und so lange wie möglich die Null zu halten, um zu hoffen, dass Essen dann nervös wird", erklärte der Coach seinen Matchplan. "Beim ersten Gegentor haben wir dann fahrlässig den Rückraum frei gelassen. Wir haben auch viel Kraft in der ersten Halbzeit und auch schon am Wochenende gelassen", nannte Drotboom Gründe für die am Ende deutliche Niederlage. "Wenn Damiano Schirru das 2:1 macht, zittert Essen noch mal, aber sie haben das Spiel gemacht und waren gut drauf", gab sich der Coach als fairer Verlierer.

Auch RWE-Trainer Argirios Giannikis räumte ein, dass der Sieg etwas zu hoch ausgefallen sei. "Wir haben 15 Minuten gebraucht, um uns im 4-3-3 zurechtzufinden. Wir haben das Spiel und den Ball kontrolliert, waren aber zu langsam in der Ballzirkulation und haben nicht in die Schnittstellen gespielt", monierte Giannikis das Auftreten seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit. "Wir haben schöne Tore herausgespielt und ich freue mich besonders über das Standardtor", war der Essener Coach mit der zweiten Hälfte schon eher zufrieden und ließ auch die Leistung der Hiesfelder nicht außen vor. "Der Gegner war sehr gut eingestellt und hat lange gut dagegen gehalten", lobte er die Gäste.

"Dass wir in den letzten Wochen zu oft den Rückraum vernachlässigen, haben wir schon ein paar Mal angesprochen, und wir werden wohl noch mal darüber sprechen", kam Drotboom nochmals auf den ersten Gegentreffer zurück. Die zwei schnellen Gegentore innerhalb kürzester Zeit wären der Knackpunkt gewesen, betonte der Coach, danach habe Essen gut in die Schnittstellen gespielt.

"Jetzt geht es darum, in der Liga so gut es geht oben dran zu bleiben. Die letzten Wochen wurde mir diese Partie zu sehr aufgebauscht, ich bin froh, dass das Spiel vorbei ist. Das war in den Köpfen der Mannschaft drin, was ja auch ganz normal ist", zeigte sich Drotboom erleichtert, dass sich sein Team jetzt wieder auf den Alltag in der Liga konzentrieren könne.

Trotz nur fünf Punkten aus den vergangenen sechs Spielen stehen die Hiesfelder immer noch auf Rang drei und gastieren am Sonntag beim SC Düsseldorf-West, wo nach zwei Niederlagen in Folge mal wieder ein Sieg herausspringen soll.

Allerdings macht sich Drotboom auch Sorgen über die nächste Saison. Die Einnahmen aus einem möglichen Finale hätten die Hiesfelder nämlich gut gebrauchen können, erst recht, da Präsident Dietrich Hülsemann angekündigt hat, seine finanzielle Bezuschussung deutlich hereunterzufahren. Außerdem hätte bei einem Sieg im Finale die Teilnahme am DFB-Pokal gewunken, welche für den ganzen Verein sicherlich noch mal ein Highlight und vor allem eine willkommene Geldspritze gewesen wäre. Momentan ist noch nicht einmal sicher, ob die "Veilchen" in der nächsten Saison weiterhin Oberliga spielen können.

(RP)
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