1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken
  4. Sport

Lokalsport: Derby geht an Rot-Weiß Selimiyespor

Lokalsport : Derby geht an Rot-Weiß Selimiyespor

Fußball-Bezirksliga: Im Lohberger Nachbarschaftsduell setzen sich die Rot-Weißen sicher mit 4:2 (4:0) gegen den direkten Nachbarn durch. VfB-Trainer Siggi Sonntag hatte sich seine Rückkehr sicherlich anders vorgestellt.

Vor 15 Jahren endete Siegfried Sonntags erste Amtszeit beim VfB Lohberg. In der vergangenen Woche kehrte er wieder zurück. Zum schwer angeschlagenen und seit Wochen irrlichternden Tabellenletzten der Fußball-Bezirksliga. Sonntag soll die "Knappen" vor dem Abstieg bewahren. "Das ist die schwerste Aufgabe meiner Karriere", sagte er nach seinem Comeback auf Lohbergs Trainerbank. Das prestigeträchtige Derby gegen den direkten Nachbarn RWS verlor der VfB mit 2:4 (0:4).

Ein engagierter Siggi Sonntag, dem noch viel Arbeit bevorsteht. Foto: Markus Joosten

Und dir Mannschaft offenbarte dabei in der ersten Halbzeit all jene Mängel, die sie in der Tabelle bis ans Ende rutschen ließen. Sonntag kritisierte das "katastrophale Zweikampfverhalten" und die hohe Fehlerquote, die sich Lohbergs Kicker erneut leisteten. VfB-Torwart Bastian Danziger klebte nach einem von Adrian Rakowksi getretenen Eckball auf der Linie, den Kopfball von Kubilay Aydin konnte er zudem nur unzureichend abwehren; Marius Mikat versuchte noch zu klären, stocherte den frei liegenden Ball indes in der neunten Minute ins eigene Tor.

Vor dem zweiten Gegentreffer leistete sich Orkay Güclü einen kapitalen Fehlpass im eigenen Spielaufbau; wenige Sekunden später drang Rakowski in den VfB-Strafraum ein und Kapitän Tim Bruß grätschte ihn brutal und übermotiviert von den Beinen. Er sah dafür nur Gelb. "Eine klare Rote Karte", befand RWS-Coach Ahmet Tutal nach dem Spiel, Sonntag widersprach nicht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Fabjon Marku (22.). Und der VfB hing in den Seilen.

Für den Höhepunkt der rot-weißen Galavorstellung zeichnete Cem Aydin verantwortlich. Der linke Verteidiger mit ausgeprägtem Offensivdrang setzte noch in der eigenen Spielhälfte zu einem Sprint an, umkurvte erst Mikat, dann Bruß, nahm Tempo raus, narrte die beiden zurückgeeilten Verteidiger noch einmal und erhöhte per akkuratem Linksschuss auf 3:0 (26.). Rakowski schaffte vier Minuten vor der Pause sogar den vierten Treffer. Eine Demontage deutete sich an.

"Ich habe der Mannschaft die Charakterfrage gestellt und sie gefragt, ob sie sich abschlachten lassen wolle", sagte Sonntag. Sie wollte nicht, riss sich noch mal zusammen und kam durch Stanley Andrud (73.) und Soufian Benchaou (76.) zu zwei Torerfolgen. "Auf der zweiten Halbzeit können wir aufbauen", meinte Sonntag, wohlwissend, dass RWS nicht mehr allzu konzentriert zu Werke ging. Und es in diesem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb nicht reicht, lediglich eine Halbzeit auf der Höhe zu sein. In dieser Liga, gerade als Tabellenletzter, der das Feld zwangsläufig von hinten aufrollen muss, braucht der VfB Lohberg an jedem Spieltag einen athletisch wie taktisch top-choreographierten Vortrag. Vor Sonntag liegt viel Arbeit. "Wir müssen unsere Fehler minimieren", sagte er.

Ahmet Tutal, der Übungsleiter von Rot-Weiß Selimiyespor sang dagegen ein Hohelied auf das Auftreten seiner Mannschaft, die "eine sehr starke erste Halbzeit" hingelegt habe. "Da waren wir in allen Belangen Herr der Lage." Und, fügte Tutal vielsagend an: "Nichts gegen Siggi, aber er hat da eine sehr schwere Aufgabe übernommen." Sonntag muss in den nächsten Wochen und Monaten beweisen, dass er sie schultern kann.

(RP)