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Lokalsport: Der TV Jahn muss dicke Bretter bohren

Lokalsport : Der TV Jahn muss dicke Bretter bohren

Die Hiesfelder Oberliga-Fußballer können durchaus den Aufstieg in die Regionalliga schaffen. Doch die Forderungen, die der Westdeutsche Fußballverband an die Platzanlagen und das Umfeld stellt, sind fast nicht zu erfüllen.

Der Abstand zur Tabellenspitze der Fußball-Oberliga beträgt für den TV Jahn Hiesfeld nach dem 4:0 über den VfB Hilden am Sonntag weiter nur zwei Punkte. Vom Aufstieg dürfen die "Veilchen" weiter träumen. Sportlich ist die Regionalliga im Moment also gar nicht weit weg, allerdings sind noch 16 Spiele zu absolvieren. Und nicht nur auf dem Spielfeld müssen die Voraussetzungen stimmen, um den Sprung tatsächlich zu schaffen. Nach den Regularien des Westdeutschen Fußballverbandes stehen noch einige Hürden im Weg. Der Vorstand um den Vereinsvorsitzenden Dietrich Hülsemann hat bis Anfang April Zeit, sie beiseitezuschaffen. Bis dahin müssen die Antragsunterlagen zur Regionalliga komplett sein.

Das Stadion muss mindestens 2500 Besuchern Platz bieten, davon mindestens 100 Sitzplätze. Für die Gästefans ist ein separater Bereich von mindestens 800 Plätzen vorzusehen. Jeder Verein hat ein geeignetes Ausweichstadion zu benennen.

Prinzipiell bietet das Hiesfelder Stadion die geforderte Kapazität. Allerdings ist der Naturrasenplatz nach wie vor nicht bespielbar, die Sanierung nach der derzeitigen Planung der Stadtverwaltung im Sportstättenzielplan erst für 2021 vorgesehen. Als Ausweichstadion käme die Lohberger Dorotheen-Kampfbahn in Frage.

Die äußere Umfriedung soll die gesamte Fläche der Platzanlage umschließen. Sie sollte mindestens 2,20 Meter hoch sein. Sollen die Hiesfelder Fußballer ihre Spiele in der Dorotheen-Kampfbahn austragen, muss die Stadtverwaltung vermutlich ihr aktuelles Modell für eine modernisierte Lohberger Bezirkssportanlage zu den Akten legen und umplanen. Denn darin ist vorgesehen, die Mauer des Stadions an der jetzigen Straße Zum Fischerbusch zu öffnen, um eine Verbindung zu den künftigen Kunstrasenplätzen auf der anderen Seite zu schaffen. Dies widerspricht der Forderung des Fußballverbandes.

Der Innenraum ist durch einen Zaun, Handläufe, Geländer, Brüstungen, einen schwer überwindbaren Graben oder durch eine Kombination von Zaun und Graben oder durch die Anhebung der ersten Zuschauerreihe von mindestens zwei Metern über Spielfeldniveau von den Zuschauerbereichen abzugrenzen. Vor Stehplatzbereichen der Heimfans können in Absprache mit der örtlichen Polizei zur Innenraumabsicherung auch Gitterkästen installiert werden.

Für den Spielbetrieb in der Regionalliga West ist eine Flutlichtanlage erforderlich. Das Hiesfelder Stadion ist derzeit für den Spielbetrieb in der vierten Spielklasse nicht geeignet. Es sei denn, es würde kurzfristig eine Flutlichtanlage installiert. Das Lohberger Stadion ist mit Flutlicht ausgestattet.

Zuschauerbereiche sollten in getrennte Sektoren unterteilt sein, die jeweils über eigene Zugänge, Toilette, Kioske und andere wichtige Einrichtungen verfügen. In jedem Fall sind jedoch ein Sektor für die Gästefans und ein Sektor für die Heimfans einzurichten. Der Sektor für die Fans der Gastmannschaft muss einen eigenen Zugang haben.

Toilette, Kioske und Ähnliches könnten sowohl in Hiesfeld als auch in Lohberg mit mobilen Einrichtungen geschaffen werden. In Hiesfeld wurden die wichtigsten Bedingungen zu separaten Eingängen bereits in Partien gegen den KFC Uerdingen und den Wuppertaler SV erfüllt. In Lohberg gibt es nur einen Kassenbereich, der beim Pokalspiel gegen Wuppertal in dieser Saison von Fans beider Lager benutzt wurde.

Ein Standplatz in ausreichender Größe für mindestens eine Fernsehkamera muss bei Bedarf zur Verfügung stehen.

Unabhängig vom sportlichen Abschneiden der Mannschaft stehen die Hiesfelder Verantwortlichen nun unter Zugzwang, da der Fußballverband rechtzeitig vor der Entscheidung um den Aufstieg alle Unterlagen einfordert. "Wir sind vom Entgegenkommen der Stadtverwaltung abhängig", sagt Jahn-Präsident Hülsemann. Für diese Woche ist ein Gespräch einer Vereinsdelegation mit Bürgermeister Michael Heidinger im Dinslakener Rathaus avisiert, in dem die Hiesfelder die Lage erörtern wollen und auf Zusagen zur Unterstützung durch die Stadt hoffen. Parallel laufen seit geraumer Zeit Gespräche mit dem VfB Lohberg über eine Kooperation. Damit der Traum vom Aufstieg in die Regionalliga auch in jeder Beziehung weiterleben kann.

(RP)