Lokalsport: Dem MTV gehen zum Schluss die Kräfte aus

Lokalsport : Dem MTV gehen zum Schluss die Kräfte aus

Dinslakener Handball-Oberligist verliert in letzter Sekunde gegen den Tabellenletzten TV Vorst mit 27:28. Rumpftruppe macht gutes Spiel.

Am Ende wurde es richtig dramatisch. Handball-Oberligist TV Vorst führte gestern beim MTV Rheinwacht Dinslaken mit 27:26. Acht Sekunden standen noch auf der Uhr, als sich der Vorster Richard Kreilein ein übles Foul gegen Niklas Hetzel leistete. Als Folge gab es die Rote Karte und Siebenmeter für den MTV. Den verwandelte Philipp Tuda auch sicher, alles sah nach einem Unentschieden aus. Doch Pascal Mertens, der überragende Mann der Gäste, hatte noch nicht genug. Direkt nach dem Anwurf setzte Mertens aus mehr als 15 Metern an und überwand den zuvor für Marco Banning ins Dinslakener gerückten Niklas Bell noch zum Siegtreffer für sein Team. Der Tabellenletzte hatte sich so mit dem 27:28 (14:14) noch ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg gesichert.

"Sicher muss man den letzten Ball halten", meinte Dinslakens Trainer Harald Jakobs nach den aufregenden Schlusssekunden, "doch ich mache Niklas keinen Vorwurf, weil er erst kurz vorher noch kalt ins Tor gekommen war."

Vor für MTV-Verhältnisse spärlich besetzten Rängen liefen die Gastgeber mit einer Mannschaft auf, die man als Rumpftruppe bezeichnen muss. Mit Eric Schwengers, Nils Kruse, Jonas Höffner, Maximilian Reede, Manuel Lösche und Florian Körner fehlte eine komplette Besetzung, so dass Niklas Höffner und Niklas Hetzel den Kader auffüllen mussten. "Dass wir die beiden hochgezogen haben, war eine richtige Entscheidung", verteidigte Jakobs später die beiden in der Landesliga-Mannschaft des Vereins spielenden Rückraumakteure. Sowohl Höffner als auch Hetzel agierten zwar nicht fehlerfrei, doch sie passten sich dem Tempospiel der Mannschaft gut an, wobei Hetzel lediglich die letzte Durchschlagskraft fehlte.

Die hatte gestern vor allem Bastian Schwengers, der von der Vorster Deckung zunächst gar nicht zu stoppen war. Als er bereits sieben Treffer auf sein Konto gebracht hatte, wurde er kurz gedeckt, was dem Spiel der Dinslakener doch erhebliche Wirkung nahm. Da half auch nicht, dass der zu Beginn noch zögerliche Philipp Tuda wieder zu großer Form auflief. Am Ende hatte er neunmal getroffen, aber auch einen von vier Siebenmetern an den Querbalken gesetzt.

Überhaupt hatten die Dinslakener gestern alles andere als Glück mit ihren Würfen. Allein neunmal rettete Metall für die Vorster. Besonderes Pech hatte Steffen Hahn. Der machte zunächst ein gutes Spiel, traf dann bei Vorster Unterzahl den Pfosten des verlassenen Tores der Gäste und verletzte sich dann auch noch am Knie. Dieses Schicksal teilte er mit Kreisläufer Robert Jakobs, der sich ebenfalls im Verlaufe der Partie eine Knieblessur zuzog.

"Da haben uns dann am Ende die Körner gefehlt", sagte Jakobs zum Kräfteverschleiß seiner Mannschaft, die fast immer vorne gelegen hatte, doch am Ende dem eigenen hohen Tempo Tribut zollen musste. Das 24:25 war nach dem 8:9 erst die zweite Führung der Vorster, die in der Schlussphase zudem von unglücklichen Entscheidungen der Schiedsrichter profitierten.

MTV: Bell, Banning, d'Auria (2), Schwengers (8), Hetzel, Jakobs (2), Jankowski (1), Brandscheid, Höffner (2), Hahn (3), Ahls, Tuda (9/3).

(RP)