Fußball: "Bruder Leichtfuß" wird 50

Fußball: "Bruder Leichtfuß" wird 50

Voerdes bekanntester Fußballspieler, Thomas Kempe, feiert heute seinen 50. Geburtstag. Der jetzige Trainer des VfB Lohberg, Pino Steininger, erinnert sich an die gemeinsamen Anfänge beim MSV Duisburg und spricht über das große Talent des Geburtstagkindes.

Die Fußstapfen, in die die Söhne Dennis und Tobias gerne treten wollen, sind riesengroß. An die Erfolge ihres Vaters werden die noch jungen Fußballer wahrscheinlich nicht anknüpfen können, denn Thomas Kempe war zu seiner Zeit ein Ausnahmefußballer der Region. Nach der Jugendzeit beim TV Voerde begann die Karriere als Spieler beim MSV Duisburg, wo er 1979 seine Profilaufbahn begann.

Damals war der gebürtige Möllener junge 19 Jahre alt, heute feiert er seinen 50. Geburtstag. Pino Steininger, aktuell Trainer des VfB Lohberg, kann sich noch gut an die gemeinsamen Anfänge bei den "Zebras" im Profibereich erinnern. "Anfangs war er noch ein ganz Ruhiger, aber mit der Zeit wurde er immer lauter. Ich kannte ihn schon aus der Jugend, als ich in Duisburg und er noch in Voerde war, und da war schon zu erkennen, dass er mal ein riesiger Fußballer wird", erzählt Steininger.

Nach drei Jahren, in denen er 88 Spiele bestritt und 13 Tore an der Seite Steiningers für den MSV erzielte, wechselte Kempe zum VfB Stuttgart. Dort feierte er wiederum in drei Jahren (69 Spiele, 13 Tore) sogar in der Saison 1983/84 die Deutsche Meisterschaft, ehe sich Kempe 1985 dem VfL Bochum anschloss, wo er auch die längste Zeit seiner Karriere verbrachte. Satte 234 Partien und 16 Treffer machte er für den VfL, mit dem er 1988 im Pokalendspiel stand. Das Finale ging zwar mit 0:1 gegen Eintracht Frankfurt verloren, doch erst 1993 sollte dort seine Zeit mit dem Karriereende besiegelt sein. In Bochum verpasste man ihm den liebevollen Spitznamen "Bruder Leichtfuß", weil er nicht nur für sehenswerte Spielzüge bekannt war, sondern auch den einen oder anderen leichtfertigen Ballverlust zu verantworten hatte. "Er hat eigentlich zu wenig aus seinem Talent gemacht. Ich habe den Eindruck, dass er es manchmal zu sehr hat schleifen lassen, sonst hätte er bestimmt ein paar Länderspiele gemacht", erinnert sich Weggefährte Steininger.

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Länderspiele

Für einen Einsatz in der A-Nationalmannschaft sollte es für Kempe trotz mehrerer Nominierungen nicht reichen, so dass er nur auf elf Begegnungen in der U 21 zurückblicken darf. Nichtsdestotrotz sind 391 Bundesligaeinsätze eine beachtliche Zahl, mit der das Geburtstagskind zufrieden sein darf.

In drei Monaten wird übrigens auch Steininger ein halbes Jahrhundert alt und dann wird er sich zum Schluss den Satz über den heutigen Spielerscout bestimmt verkneifen: "Ich wusste gar nicht, dass er 50 wird – ich dachte, er wäre schon älter", scherzt Steininger.

(RP)