Bittere Niederlage für MTV Rheinwacht Dinslaken gegen TV Kirchzell

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken muss den Aufstieg wohl abhaken

Nach der 20:24 (12:11)-Niederlage gegen den TV Kirchzell sind die Aussichten auf die Dritte Liga auf ein Minimum gesunken. Für das Pfingstwochenende sind noch Anwartschafts-Spiele gegen den Stralsunder HV angesetzt.

Niedergeschlagenheit, Sprachlosigkeit, tiefer Frust und auch die eine oder andere Träne: Der MTV Rheinwacht Dinslaken muss sich wohl damit abfinden, auch in der nächsten Saison wieder in der Handball-Regionalliga zu spielen. Die fast letzte Hoffnung auf den Aufstieg in die Dritte Liga zerplatzte am Samstag, als die Mannschaft dem TV Kirchzell aus dem Odenwald mit 20:24 (12:11) unterlag.

Nun gibt es noch die minimale Chance durch ein Hintertürchen in die höhere Klasse zu rutschen, wenn es den einen oder anderen Rückzug eines Vereins gibt. Doch dazu wird erst einmal eine Anwartschaft zwischen dem Stralsunder HV und dem MTV ausgespielt. Hin- und Rückspiel sollen am Pfingstwochenende stattfinden.

Christoph Enders und seine Mitspieler fanden nicht zu ihrer Normalform. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Die letzten Spiele in der Regionalliga und die Begegnungen in der Aufstiegsrelegation hatten bei den Dinslakenern deutliche Spuren hinterlassen. Es gab kaum einen Akteur, der am Samstag auch nur annähernd an die Form heranreichte, die die Mannschaft als Kollektiv in der Meisterschaft ausgezeichnet hatte. „Wir haben in den entscheidenden Spielen einfach nicht zu der Leistung gefunden, die uns die ganze Saison ausgezeichnet hat“, sagte MTV-Trainer Harald Jakobs tief enttäuscht. Doch einen Vorwurf wollte und konnte der Coach seinen Spielern nicht machen. „Sie haben noch mal alles gegeben, doch der Substanzverlust war einfach zu groß. Am Ende fehlte uns die Kraft, auch weil der Kopf nicht mehr mitgespielt hat.“

Dabei war die Mannschaft trotz der Niederlage am vergangenen Donnerstag beim HSC Bad Neustadt noch mit so viel Zuversicht in diese entscheidende Partie gegen den TV Kirchzell gegangen. Vor wieder nahezu ausverkaufter Halle, in der die Fans beider Lager während der 60 Minuten einen Höllenlärm veranstaltet hatten, schien der MTV Rheinwacht nach nervösem Beginn auf beiden Seiten den Gegner immer besser in den Griff zu bekommen.

Jubeln durfte – wie schon in den vergangenen Wochen – der Gegner des MTV. Dieses Mal war es der TV Kirchzell. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Zweimal holten die Dinslakener einen Rückstand von zwei Toren – 4:6 und 6:8 – auf, um kurz vor der Pause mit 12:11 in Führung zu gehen. Und nach dem Wechsel schien sich der Trend fortzusetzen, denn nun war der Gastgeber die dominierende Mannschaft, legte immer wieder vor und führte in der 39. Minute mit 17:15.

Das und eine Kopfverletzung von Abwehrstratege Robert Jakobs aber war der Knackpunkt, denn von da an lief bei den Dinslakenern nichts mehr zusammen. „Wir sind in der zweiten Halbzeit wieder gut ins Spiel gekommen, doch dann kam aus dem Rückraum einfach zu wenig“, sagte Harald Jakobs, der über die Torflaute seiner Mannschaft klagte. Der TV Kirchzell holte nämlich nicht nur den Rückstand auf, sondern zog Tor um Tor davon und lag nach gut 50 Minuten mit vier Toren (17:21) vorne.

Erst in der 55. Minute gelang den Dinslakenern der 18. Treffer, da aber war die Partie so gut wie entschieden. Weder Maximilian Reede noch Fabian Gorris oder Philipp Tuda hatten aus dem Rückraum Druck aufbauen können. „Und als wir auch noch Chancen über die Außen und am Kreis liegen gelassen haben, war nichts mehr zu machen“, sagte Harald Jakobs.

So schaukelten die Gäste ihren Vorsprung in der Schlussphase trotz einer offenen MTV-Deckung geschickt über die Zeit.

Auch wenn der TV Kirchzell danach von seinen wenigen Anhängern in der Halle gefeiert wurde, wollten die Dinslakener Fans dem in nichts nachstehen. Auch sie ließen die mit hängenden Köpfen vor ihnen stehenden MTV-Spieler lautstark hochleben. Immerhin hatte die Mannschaft als Aufsteiger eine überragende Saison in der Regionalliga hingelegt. Lediglich das i-Tüpfelchen fehlte am Ende.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria (5), Ahls (1), Kruse, Enders (2), Jonas Höffner (3), Reede (1), Backhaus (2), Jakobs, Gorris (3/2), Tuda (1), de Lede (1).

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