Lokalsport: Bischoff will einen Olympiasieger

Lokalsport : Bischoff will einen Olympiasieger

Stadtsportbund Duisburg: Der neue Vorsitzende hat konkrete Vorstellungen.

Das mit dem Alter ist so eine Sache. Franz Hering ist jetzt Ehrenvorsitzender des Stadtsportbundes. "Mit so einem Amt habe ich früher immer Menschen im betagten Alter verbunden", so Hering, immerhin auch schon 74 Jahre alt. Zuvor hatte der Funktionär zusammen mit Gerd Görtz und Paul Hoffmann den Generationenwechsel beim SSB eingeleitet. "Für uns drei ist es nun Zeit, für die jüngere Generation Platz zu machen", so Hering. Die Vereinsvertreter wählten Rainer Bischoff für die kommenden drei Jahre zum neuen Verbandschef. Der SPD-Politiker, der nun die Interessen von rund 100 000 Duisburger Sportlern vertritt, fühlte sich geschmeichelt: "Es ist schön, mit 57 Jahren zur jungen Generation gezählt zu werden."

Bischoff ist der neue Mann an der Spitze des Stadtsportbundes. Seine Lebensplanung hatte anders ausgesehen. Sein Einzug in das Gremium war geplant - aber nicht der Platz an der Spitze. Durch den überraschenden Tod von Otto Schulte stellte sich der Rheinhauser, der in der Geschichte des SSB nun der erste Vorsitzende aus dem Westen ist, zur Verfügung. Otto Schulte war im Huckinger Steinhof allgegenwärtig, auch in der "Bewerbungsrede" von Rainer Bischoff: "Ich trete das Amt in Demut an. Hier sollte heute ein anderer stehen."

Bischoff, der das Amt langfristig ausüben möchte, unterstrich zudem, dass er weiß, dass er auf großen Spuren wandeln wird. Mit Blick auf seine Vorgänger Karl Weeke und Franz Hering sagte er: "Franz Hering hat es geschafft, einer Legende nachzufolgen und selbst zur Legende zu werden."

Hering, dem Landesportbund-Chef Walter Schneeloch die goldene Ehrennadel des LSB ansteckte, zog eine positive Bilanz seiner elfjährigen Tätigkeit. Trotzdem - es gibt Felder, die Hering noch gerne abgearbeitet hätte. "Die Bezuschussung des Sports darf nicht länger eine freiwillige Leistung der Stadt sein. Sie muss verpflichtend sein", schrieb er der anwesenden Kämmerin Dörte Diemert und Sportdezernent Reinhold Spaniel ins Gebetbuch. Und auch das Immobilien-Management der Stadt (IMD) bekam noch einmal sein Fett weg. "Es kommt an den Sportstätten immer wieder zu Problemen, weil das IMD seinen Verpflichtungen nicht nachkommt."

Dieses Problem will auch Rainer Bischoff in Angriff nehmen: "Ich will mit dem neuen Team erst einmal die nächsten zwei, drei Monate in Angriff nehmen." Dann ließ sich Bischoff doch ein paar Punkte entlocken. Vor allem die Sportförderung liegt ihm am Herzen. "Wir müssen das Förderkonzept komplett überdenken - vor allem in Bezug auf den Leistungssport. Duisburg muss wieder irgendwann in der Lage sein, einen Olympiasieger hervorzubringen."

(D.R.)
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