Lokalsport: Belohnung nach zehn Jahren hartem Training

Lokalsport : Belohnung nach zehn Jahren hartem Training

Alina Frieseke, Roman Lange, Cedric Fust und Niklas Scholz von Bushido Dinslaken legten jetzt die Prüfung zum Braungurt ab.

Dem ein oder anderen wird das unscheinbare Haus im Dinslakener Gewerbegebiet Mitte vielleicht bekannt sein. Von außen schlichte Klinkersteine, innen eine kleine Bar und ein großer Raum - mit Matten ausgelegt. Hier ist seit 1980 die Judoschule Bushido ansässig. In weißen reißfesten Anzügen gekleidet trainieren gerade einige Frauen und Männer, Jungen und Mädchen. Sie feilen an verschiedenen Techniken und Abläufen, verinnerlichen und vollführen neue abenteuerliche Verrenkungen. Gelegentlich fällt jemand klatschend auf die Matten.

Mitten drin im Trainingsablauf sind Alina Frieseke, Roman Lange, Cedric Fust und Niklas Scholz. Ihre Judo-Anzüge werden von neuen, braunen Gürteln zusammengehalten. Die vier Jugendlichen trainieren bereits seit zehn Jahre zusammen und haben vor kurzem ihre Braungurt-Prüfung abgelegt, die letzte Stufe vor den schwarzen Gürteln. "Wir haben uns eineinhalb Jahre auf die Prüfung vorbereitet, da ist man schon ein bisschen angespannt", erzählt Niklas.

Cedric Fust und Niklas Scholz (von links) beim Training bei Bushido Dinslaken. Foto: Markus Joosten

"Vor Klassenerarbeiten bin ich überhaupt nicht nervös, bei den Judoprüfungen ist es etwas anderes. Wenn es nicht klappt, muss man bei der Braungurt-Prüfung ein halbes Jahr warten, bis die Prüfung erneut angeboten wird", erklärt Alina, die seit ihrem vierten Lebensjahr die Judoschule besucht. Im Gegensatz zu seinen Prüflingen war Trainer und Prüfer Andi Eckert nicht angespannt: "Ich meine, die Vier haben alle Vorprüfungen bestanden, von daher bin ich schon davon ausgegangen, dass sie es schaffen."Neben Eckert war auch ein externer Prüfer angereist, um die Fähigkeiten der Judoka auf Herz und Nieren zu prüfen. Neben zwölf neuen Anwendungen mussten die Prüflinge auch Würfe und Bodentechniken aus vergangen Prüfungen auf Abfrage präsentieren. "Da konnte eigentlich alles drankommen, was wir bis jetzt gelernt haben, also rund 70 Anwendungen", erklärt Cedric. Vorbereitet haben sich die vier Vereinskameraden hauptsächlich an den beiden Trainingstagen unter der Woche in der Judoschule. "Klar, die ein oder andere Technik habe ich bei Youtube nochmal verinnerlicht, das meiste lernen wir aber beim Training", sagt Niklas. "Für uns ist das schon ein besonderer Erfolg, dass wir vier junge Sportler gemeinsam bis zum braunen Gurt begleiten durften. Es ist wie bei vielen andern Sportarten auch: Mit der Pubertät geht auch das Interesse am Judo verloren. Für mich persönlich ist es schon schön, auch mal Leute zu trainieren, die sich in den Sport vertiefen können", freut sich der Trainer und Vereinsvorsitzende Eckert.

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Für die vier jungen Braungurte ist Judo der Sport Nummer eins. "Ich wüsste eigentlich nicht, welchen Sport ich sonst machen sollte. In der Freizeit spiele ich noch etwas Basketball, aber Judo ist schon am wichtigsten", sagt Roman und ergänzt: " Man kann so viele Techniken lernen, das ist faszinierend. Auf der andern Seite hat man auch das Gefühl, sich verteidigen zu können, wenn es mal drauf ankommt. Und man kann sich mit Judo natürlich fit halten."

Die nächste Prüfung können die vier Bushido-Talente jedoch erst in drei Jahren machen, dann, wenn sie 18 Jahre alt sind. Dabei bleiben wollen aber alle vier, um den ersten schwarzen Dan zu erlangen. Die Vorbereitung darauf hat schon begonnen.

(RP)