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Beim SuS 09 Dinslaken gibt's nach dem 1:12 gegen BW Dingden Gesprächsbedarf

Fußball : Der SuS 09 Dinslaken steckt tief in der Krise

Nach dem peinlichen 1:12 im Heimspiel gegen BW Dingden besteht beim Bezirksligisten SuS 09 Dinslaken erheblicher Gesprächsbedarf. „Keiner darf sich sicher fühlen“, sagt Dennis Strewginski, Kapitän und Torhüter des Neulings.

Den Aschermittwoch hat Dennis Strewginski gezwungenermaßen vorgezogen. Karnevalsstimmung am Rosenmontag? Einen Tag nach dem schlimmen Auftritt gegen Blau-Weiß Dingden? Der Kapitän des Fußball-Bezirksligisten SuS 09 Dinslaken seufzt. „Ich war am Donnerstag in Köln. Damit hat sich das Thema erst einmal.“ Strewginski plagen andere Sorgen. Ein Dutzend mal musste der Torwart am Sonntag den Ball aus dem Netz holen. 1:12 gegen den neuen Spitzenreiter – an eine ähnliche Schlappe können sich selbst eingefleischte 09er seit Jahren nicht erinnern. Und Strewginski ist ein eingefleischter 09er. Eine Erklärung für das desaströse Spiel, für den kompletten Systemabsturz fällt ihm schwer: „Wenn ich wüsste, woran es liegt, dann wäre ich schon weiter.“

Noch am Sonntagabend setzte der Kapitän sich mit den erfahrenen Mitspielern Sebastian Pfeiffer und Georg Hanna zusammen. Ursachenforschung war angesagt. „Ich glaube, es ist eine Kopfgeschichte“, sagt Strewginski. „Die Einstellung muss sich ändern, jeder muss sich bewusst sein, was wir in den vergangenen Jahren hier aufgebaut haben. Das dürfen wir jetzt nicht wieder umknallen.“ Auch wenn beim Gegner am Sonntag alles passte, fast jeder Schuss ein Treffer war und Dingden zu Recht die Tabellenspitze eroberte. „Daran allein lag es ja nicht“, so der Kapitän.

Sicher ist die personelle Situation angespannt. Verletzungspech wie etwa bei Jens Krönung und anderen Leistungsträgern wirkt sich naturgemäß ebenso negativ aus wie der Platzverweis gegen Blaz Vukancic im Kreispokal vor eineinhalb Wochen beim TV Voerde und die folgenden Gelb-Roten Karten für Kristian Sljvic sowie Marcel Ehrhardt beim 1:4 in Sterkrade und jetzt für Kevin Kirstein nach einer knappen halben Stunde gegen Dingden. „Trotzdem soll das keine Ausrede sein“, sagt der Kapitän. „Unser Kader ist breit genug aufgestellt, um alle Ausfälle zu kompensieren.“

Trotzdem ist die jüngste Bilanz alarmierend. 28 Punkte hat der SuS 09 nach 21 Partien auf dem Konto, als Aufsteiger an sich keine schlechte Quote. Allerdings standen schon am 14. Oktober 23 Zähler zu Buche. Der SuS 09 hatte am elften Spieltag Hamborn 07 mit 4:1 geschlagen, rangierte auf dem zweiten Tabellenplatz und stellte mit nur sieben Gegentoren die beste Abwehr der Liga. In den zehn Meisterschaftsspielen seitdem kamen mickrige fünf Punkte hinzu, das Torverhältnis beträgt aktuell 28:42. „Keiner darf sich sicher fühlen“, sagt Strewginski angesichts des Absturzes auf Rang elf. „Wir haben zwar noch ein Polster auf die Abstiegsplätze, aber das kann auch schnell weg sein.“ Meiderich 06/95 weist auf Relegationsplatz 15 sieben Punkte weniger auf als der SuS 09, der erste direkte Abstiegsrang ist neun Zähler entfernt.

Für den heutigen Dienstagabend haben die Kicker eine Teamsitzung anberaumt, dann ist auch Trainer Thorsten Schramm aus seinem Kurzurlaub zurück. Dabei wollen die Blau-Weißen einen Weg aus der Krise suchen. Am nächsten Sonntag besteht die Möglichkeit, einen Schritt nach vorne zu machen. Dann treten Strewginski und Co. beim abgeschlagenen Schlusslicht RWS Lohberg an. Ein Derby, in dem es schon in der Vergangenheit öfter emotional zur Sache ging. „Da kann die Mannschaft Charakter zeigen und beweisen, ob wir den Tiefschlag wegstecken“, sagt der Schlussmann des SuS 09. „Vielleicht kommt das Spiel gegen RWS ja gerade zur rechten Zeit.“