Lokalsport: Außenbandriss stoppt Hahn nicht

Lokalsport : Außenbandriss stoppt Hahn nicht

Handball: Der Rechtsaußen des Oberliga-Tabellenführers MTV Rheinwacht Dinslaken ist in dieser Saison so richtig im Team angekommen. Er lässt sich auch von einer Verletzung nicht aufhalten. Am Sonntag gegen den TSV Aufderhöhe.

Für Trainer Harald Jakobs stand hinter dem Einsatz von Steffen Hahn noch ein Fragezeichen. Erst eine Woche zuvor hatte sich der Rechtsaußen des MTV Rheinwacht beim Sieg über Mettmann ein Außenband im Sprunggelenk gerissen. Doch der 22-Jährige ließ keinen Zweifel daran, dass er auch in der schwierigen Auswärtspartie bei der HG Remscheid mitmischen wollte. Und wie er mitmischte: Beim 28:24-Erfolg steuerte der angeschlagene Akteur acht Treffer bei und war einer der Sieggaranten bei den Gästen, die mit 16:0 Punkten an der Spitze der Handball-Oberliga stehen und ihre Erfolgsserie am Sonntag zur ungewohnten Anwurfzeit 13 Uhr (Volkstrauertag) in heimischer Halle gegen den TSV Aufderhöhe fortsetzen wollen.

"Meine Bänder sind so labrig, das ist bei mir fast schon Tagesgeschäft. Und Schmerzen spürt man ja dann im Spiel sowieso keine", wollte Hahn keine große Sache aus seinem Einsatz im Bergischen Land machen. Vor der vergangenen Saison war der Linkshänder vom Zweitligisten TuSEM Essen zu seinem Heimatverein zurückgekehrt, hatte in seiner ersten Spielzeit aber noch Anpassungsprobleme. "Ich war für die Halbposition eingeplant, habe da aber vorher nie gespielt. Das war nicht einfach", erinnert sich der Dinslakener, der sich nach eigener Aussage auf Außen einfach am wohlsten fühlt: "Am liebsten renne ich nach vorne und pflücke mir die Bälle."

Das klappt seit Saisonbeginn fast durchweg hervorragend. Bei Hahn läuft's mindestens so gut wie in der gesamten Mannschaft: "Wir haben einfach eine super Stimmung im Team. Alle sind ehrgeizig und motiviert. Das macht richtig Bock", sagt der emotionale Handballer, der im Januar seine Ausbildung zum Elektriker abschließt. Sein Gesellenstück beim MTV hat Hahn spätestens mit dem Auftritt in Remscheid abgeliefert. Die Meisterfeier könnte im Mai 2018 folgen.

Allerdings haben die Dinslakener Handballer bei aller aktuellen Euphorie noch einen weiten Weg zu gehen. Gegen den Neunten Aufderhöhe kann der MTV wieder einen kleinen Schritt machen. "Klar, wenn wir oben bleiben wollen, müssen wir dieses Spiel natürlich gewinnen, aber es ist auf jeden Fall Vorsicht geboten", warnt Steffen Hahn.

Auch der bislang sehr zufriedene Rheinwacht-Obmann Heinz Buteweg hofft auf die nötige Ernsthaftigkeit: "Unsere direkte Konkurrenz hat gegen vermeintlich schwächere Teams schon Federn gelassen. Wir müssen aufpassen."

Verzichten muss der Gastgeber am Sonntag auf den beruflich verhinderten Jonas Höffner.

(RP)