Handball: Auch TV Jahn gehen Talente "flöten"

Handball: Auch TV Jahn gehen Talente "flöten"

Gestern noch klagte Heinz Buteweg, Abteilungsleiter des Nachbarn MTV Rheinwacht Dinslaken sein Leid, als die beiden Top-Spieler Fabian Gorris und Christoph Enders aus der Regionalliga-A-Jugend bekannt gaben, dass sie den Verein in Richtung des Lokalkonkurrenten TV Aldenrade verlassen. Nur einen Tag später vermeldete Nachbarn TV Jahn Hiesfeld Ähnliches.

Zwar wechseln David Wiencek, Adrian Schnier und Phillipp Müngersdorf nicht in die Senioren-Abteilung eines Nachbarn, doch zieht es sie zu einem Verein mit "großem" Namen. Das Trio wechselt aus der B-Jugend der "Veilchen" in die Jugend des TuSEM Essen, wo es sich einen größeren Leistungsschub als beim TV Jahn erhofft.

Im Gegensatz zu Buteweg zeigt Jörg Schnier, Jugendwart des TV Jahn, aber sogar Verständnis für die Entscheidung der Jungs, die auch in den Planungen der Hiesfelder eine wichtige Rolle einnehmen sollten. "Sie wollen drei oder vier Mal die Woche trainieren, ich kann ihnen im Winter nur zwei Mal 75 Minuten bieten", meint Schnier, der auf seinen Dinslakener Kollegen nicht besonders gut zu sprechen ist.

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"Ich muss in unserem Fall leider sagen, dass es gut ist, dass die Jungs gehen, weil ich den Handballsport eben mag. Und in Dinslaken bekommen wir es einfach nicht auf die Reihe, es im Jugendbereich vernünftig zu koordinieren. Ich habe mit Buteweg mehrfach versucht eine Handballspielgemeinschaft auf den Weg zu bringen, was nicht funktioniert hat."

Buteweg weist indes alle Vorwürfe von sich. "Wir haben gesprochen, ob wir so etwas machen können, aber da musste ich als Abteilungsleiter nein sagen, es war einfach nicht das richtige Konzept. Entweder wir machen es richtig, also auch im Seniorenbereich, oder gar nicht."

(RP)
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