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Handball: Auch eine brodelnde Halle kann den MTV Rheinwacht nicht stoppen

Handball : Auch eine brodelnde Halle kann den MTV Rheinwacht nicht stoppen

Der Dinslakener Handball-Oberligist gewinnt beim heimstarken TV Aldekerk nach einer glänzenden Leistung mit 34:27 (18:13). Timon Seesing angekommen.

Verschmitzt lächelte Marius Timofte nach der Schluss-Sirene in der Vogtei-Halle in Aldekerk und wies auf seine geschundenen Arme. Doch Schmerzen verspürte der Spielertrainer des MTV Rheinwacht keine — zu groß war die Freude über den Sieg seiner Mannschaft beim haushohen Favoriten. In den letzten Minuten der Partie konnten sich die Dinslakener sogar noch einige Unkonzentriertheiten leisten, in Gefahr geriet ihr hoch verdienter 34:27 (18:13)-Erfolg nicht mehr.

Von einer taktischen Meisterleistung seiner Truppe sprach dann auch Timofte, der sich den Gegner vor einer Woche in Hiesfeld genau angeschaut hatte. Und auch die Tatsache, dass mit dem am Freitag im Abschlusstraining am Knöchel verletzten Steffen Wagner auf Halbrechts ein Mann kurzfristig ausfiel, brachte das Konzept der Dinslakener nicht durcheinander. Timofte beorderte Ralph Willam auf diese Position. Und der brachte die Abwehr der Aldekerker zusätzlich durcheinander, wenn er zwischendurch zusätzlich zu Michael Steffens noch an den Kreis und wieder zurück wechselte.

Zudem ließ der Spielertrainer sein Team die gesamten 60 Minuten bis auf zwei Ausnahmen durchspielen. Beide erwiesen sich im Nachhinein als Glücksgriff. Als nämlich Sebastian Brandscheid nach einer knappen Viertelstunde mit einer Oberschenkelzerrung vom Feld humpelte, entpuppte sich der Ex-Hiesfelder Timon Seesing als gleichwertiger Ersatz und glänzte bei seinen insgesamt sechs Toren besonders in der ersten Halbzeit. In den letzten 20 Minuten kam dann auch noch Daniel Staub für Lars Jankowski. Der Routinier war sofort im Spiel, ließ sich auch von einem ersten Fehlversuch nicht beeindrucken und traf sechsmal, und das nicht nur von der Außenposition.

"Die erste Halbzeit war ganz stark, die zweite nach anfänglichen Problemen auch", zog Marius Timofte ein Fazit aus einer Partie, in der die Abwehr über die gesamte Spielzeit gut stand und Torhüter Andor Schneider besonders nach der Pause Glanzparaden in Serie zeigte.

Auch von der brodelnden Stimmung in der mit 500 Zuschauern gut besetzten Halle ließen sich die Dinslakener wenig beeindrucken. Das tat auch das Schiedsrichtergespann Atucuranoglu/Kandemir nicht. Die mussten sich nicht nur von den Zuschauern, sondern auch von dem völlig aus der Fassung geratenen Aldekerker Trainer Achim Schürmann wüste Beschimpfungen anhören. Ihre Linie jedoch behielten sie bei, auch wenn es — hüben wie drüben — diskutable Entscheidungen gab.

Bis zum 6:6 lag der TVA stets leichte vorne, dann zog der MTV auf 7:112 davon. Diesen Vorsprung transportierte man in die Pause und ließ Aldekerk auch nach dem Wechsel nur einmal (18:20) bis auf zwei Treffer herankommen.

MTV Rheinwacht: Schneider, Grah (n.e.), Brandscheid (1), Seesing (6), Jankowski (4), M. Timofte (3/1), M. Steffens (3), Körner (7/1), F. Steffens (n.e.), Höffner (n.e.), Willam (4), A. Timofte (n.e).

(RP)