Ärgerliche Niederlage für Handball-Regionalligist MTV Dinslaken

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken lässt den ersten Matchball liegen

Nach der 27:28 (13:13)-Niederlage gegen TuSEM Essen II muss der Spitzenreiter der Regionalliga am kommenden Samstag beim TV Korschenbroich gewinnen, um vor der punktgleichen SG Ratingen Meister zu werden. Der Rückraum ist gegen Essens Reserve zu schwach.

Die Meisterfeier war vorbereitet, die Kulisse stimmte. Doch die Mannschaft war dem Druck nicht gewachsen. Ein Sieg hätte dem TV Rheinwacht Dinslaken am Sonntagvormittag zur Meisterschaft in der Handball-Regionalliga Nordrhein gereicht. Doch der Gegner war nicht gewillt, den Dinslakenern einen Spieltag vor Saisonende den Triumph zu überlassen.

Die Reserve des Zweitligisten TuSEM Essen machte den Kampf um den Titel durch einen 28:27 (13:13)-Erfolg in ausverkaufter Halle an der Douvermannstraße noch mal richtig spannend. Da der Tabellenzweite SG Ratingen tags zuvor gegen die HSG Siebengebirge trotz einiger Schwierigkeiten mit 33:28 gewonnen hatte, hängt nun alles von den letzten Spielen am kommenden Wochenende ab. Gewinnt der MTV am Samstag beim TV Korschenbroich, ist die Meisterschaft aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs mit Ratingen sicher. Bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage, müssten die Dinslakener noch auf die TuSEM-Reserve setzen, die erst am Sonntag auf den Tabellenzweiten aus Ratingen trifft.

Keine einfache Situation also für die Mannschaft von Harald Jakobs, der aber gleich nach der gestrigen Niederlage trotzig sagte: „Wir hatten Druck in den letzten Spielen und wir werden dem Druck standhalten.“ Gestern jedoch fehlte dem Gastgeber in den entscheidenden Situationen die Nervenstärke. Dabei sah es einige Male so aus, als sollten sich die Dinslakener bei einem Vorsprung von drei Toren – 10:7, 23:20, 24:21 – absetzen können. Doch die junge Essener Mannschaft, die über 60 Minuten absoluten Tempo-Handball spielte, kam immer wieder heran, um in der Schlussphase einfach lockerer zu wirken.

Jakobs sah den Grund für die Niederlage vor allem darin, „dass wir heute im Rückraum zu schwach waren“. Damit meinte er in erster Linie Maximilian Reede, der während der gesamten Begegnung nicht richtig zur Geltung kam, früh von der Essener Abwehr angenommen wurde und irgendwie etwas gehemmt wirkte.

Fabian Gorris dagegen spielte stark wie in nahezu allen Begegnungen der Rückrunde, auch wenn er beim Stand von 18:17 einen seiner sechs Siebenmeter vergab. Ein weiteres Handicap hatte der Spitzenreiter in der Abwehr zu verkraften, da Mittelmann Dennis Backhaus schon nach zwölf Minuten seine zweite Zeitstrafe kassiert hatte und danach lange Zeit auf der Bank saß. Als Backhaus dann in der 41. Minute nach der dritten Strafe die Rote Karte sah, fehlte ein wichtiger Mann im Deckungsverbund.

Als Kreisläufer war Christoph Enders mit seinen fünf Toren zwar voll im Spiel und auch hinten stand er auf der halbrechten Seite seinen Mann, doch die körperliche Präsenz von Backhaus war einfach nicht zu ersetzen. Auch der nach seiner langen Verletzungspause erstmals aufgebotene Philipp Tuda war da keine Alternative.

„Am Ende haben die Essener mit ihrem schnellen Spiel und den daraus resultierenden schnellen Toren, den Unterschied ausgemacht“, sagte Harald Jakobs. Auch schien den Gästen die schwere Verletzung von Joshua Schlüter, der schon in der 24. Minute mit dick verbundenem Knie ausschied, nicht viel auszumachen. Alexander Telohe, Tim Koenemann oder Mathis Stumpf ließen sowohl Marco Banning als auch später Nils Ahlendorf im MTV-Kasten keine Chance.

„Jetzt müssen wir am Samstag in Korschenbroich vorlegen und dafür werden wir in dieser Woche beim Training alles tun“, sagte Jakobs nur wenige Minuten nach Spielende mit Blick auf den Saisonabschluss.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria, Backhaus (1), Kruse (3), Gorris (9/5), Jakobs, Enders (5), Jonas Höffner (2), Hahn (4), Reede (3), Ahls, Niklas Höffner, Tuda.

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