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SPD zufrieden, Ernüchterung bei der CDU nach der Wahl

Reaktionen nach der Bundestagswahl aus Voerde und Hünxe : SPD zufrieden, Ernüchterung bei der CDU

Erste Eindrücke und Emotionen nach der Wahl in Voerde und Hünxe – von Wehmut hier, einer „bärenstarken“ SPD dort. Und von zufriedenen Grünen.

Die SPD gewinnt an Selbstbewusstsein, die CDU verliert an Rückhalt. Zufriedenheit darüber gab es bei der SPD. Stefan Weltgen von den Voerder Sozialdemokraten sieht die Gründe in den Qualitäten ihres Direktkandidaten Rainer Keller und den Versäumnissen der CDU-Kandidatin. „Frau Weiss war hier nicht mehr präsent im Wahlkreis, hat ab und zu mal eine CDU-Veranstaltung besucht und vergessen, dass es die Bürger sind, die die Stimme abgeben, und nicht die Parteimitglieder“, sagte er. Keller hingegen habe „klare Kante gezeigt, dass man mit den Menschen reden muss, für die man ein Mandat ausübt“.

Jan Scholte-Reh von der SPD in Hünxe befand, es zeige sich, „dass sich der Wahlkampf ausgezahlt hat.“ Wobei er den Erfolg nicht allein den lokalen Mitstreitern auf die Fahnen schreiben will. „Viel ist auch der Kompetenz von Olaf Scholz geschuldet.“

Ernüchterung hingegen auf Seiten der CDU: Ein solches Ergebnis hat sich Ingo Hülser von den Christdemokraten in Voerde nicht träumen lassen. „Die CDU hat deutlich verloren“, sagte Hülser – und interpretierte dies als Signal, dass die Menschen keinen Linksrutsch wollen. Den Sozialdemokraten bescheinigte er, in Voerde „bärenstark“ zu sein. 

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Sein Parteifreund von der CDU in Hünxe, Wilhelm Windszus, blickte mit Wehmut auf die Ergebnisse der vergangenen beiden Bundestagswahlen zurück. Dass die CDU in Hünxe bei Erst- und Zweitstimmen vorne liege, „das ist vorbei. Das ist natürlich traurig“, sagt er. Aber während man in vergangenen Jahren noch von der Beliebtheit der CDU-Abgeordneten Sabine Weiss profitiert habe, sei Weiss wiederum nun durch die bundesweit verschlechterte Stimmung gegenüber der CDU heruntergerissen worden. „Man sah es ja an den Umfragewerten“, so Windszus.

Die Grünen sind zufrieden. „Wir haben mit unserer Politik den Nerv der Menschen getroffen, das zeigen mir die deutlichen Stimmzuwächse, die wir erzielt haben“, sagte Stefan Meiners von den Voerder Grünen. Dass die CDU überhaupt noch so hoch abschneide, wie sie es getan hat, mache ihn aber ratlos. Die Christdemokraten hätten keine Lösungen für die Menschen. Schockiert zeigte er sich über das gute Abschneiden der AfD.

Wie wichtig es den Menschen war, ihre Stimme abzugeben, war auch an der Wahlbeteiligung ersichtlich. In den Wahllokalen war die Frequenz hoch. Auch im größten Wahlbezirk der Gemeinde Hünxe, der Gaststätte Rühl in Bruckhausen, herrschte ein reges Kommen und Gehen. Der Anteil der Briefwähler war in Voerde wie in Hünxe hoch. In Voerde hatten im Vorfeld mehr als 37 Prozent aller Berechtigten die Briefwahl beantragt, in Hünxe waren es sogar 45,2 Prozent.