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Sorge um Pferde in Voerde – Kreis sieht keine Gefahr

Naturschützer zeigt Tierhaltung beim Kreis an : Sorge um Pferde – Kreis sieht keine Gefahr

Der Naturschutzbund sorgt sich um zwei Pferde in Voerde und äußert Kritik an der Haltung. Das Veterinäramt sieht allerdings keine Gefahr für die Tiere.

Peter Malzbender sorgt sich um zwei Pferde, die auf einer Koppel in der Nähe von Haus Wohnung gehalten werden. Der Vorsitzende der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes (Nabu) sprach gegenüber der RP von einem „unhaltbaren Zustand“ und von „Tierquälerei“. Er beklagte unter anderem, dass die Pferde keinen überdachten Unterstand hätten. Dieser sei noch im Entstehen, habe zwar Seitenwände, aber noch kein Dach. Das Gelände, auf dem die Tiere gehalten werden, sei viel zu klein, dort wachse kein Grashalm mehr. Wochenlang hätten die Tiere im Matsch gestanden, jetzt sei der Boden knüppelhart gefroren.

Der Nabu-Vorsitzende hat sich mit seiner Beschwerde auch an des zuständige Veterinäramt des Kreises Wesel gewandt. „Es besteht keine akute Gefahr für die Tiere“, erklärte Antonius Dicke, Leiter des Fachbereiches 39 Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Kreises Wesel, auf Nachfrage der RP.

Eine Amtstierärztin des Kreises sei am vergangenen Montag vor Ort in Voerde gewesen, so Dicke. In kurzer Zeit sei die Tierhaltung auf dem Gelände an der Frankfurter Straße zwei Mal geprüft worden. Die beiden Pferde seien in gutem Zustand und hätten ein Winterfell. Der Pflege- und Ernährungszustand der beiden Tiere sei nicht zu beanstanden. Die Futter- und Wasserversorgung sei sichergestellt, so Dicke weiter. Es habe kein Anlass bestanden, die Pferde anderweitig unterzubringen. Dass der Unterstand noch kein Dach besitzt, wird vom Veterinäramt kritisch gesehen, das müsse geändert werden. Es gebe die Zusage der Pferdehalterin, dass der Unterstand spätestens Anfang der kommenden Woche fertig sein soll.

„Wir werden das Ganze begleiten“, erklärte Dicke. Montag oder Dienstag der nächsten Woche würden sich Mitarbeiter die Situation vor Ort erneut anschauen, kündigte der Chef des Veterinäramtes an.

Das fehlende Dach führt nach Aussage von Malzbender dazu, dass das Futter der Tiere ständig der Feuchtigkeit ausgesetzt sei. „Die Tiere müssen dringend auf ein anderes Areal gebracht werden, weil sie sich auf dieser Bauzaunkoppel nicht einmal hinlegen können“, stellt der Nabu-Vorsitzende in einem Schreiben mit Datum 23. Januar fest. Die Tiere bräuchten größeren Auslauf und die Möglichkeit, auf Weideland zu grasen. „Der Nabu stellt gleichzeitig hiermit eine Anzeige, die dem Landrat, Dr. Ansgar Müller, zugeleitet wird“, schreibt Peter Malzbender weiter.

Er betont, dass es nicht darum gehe, irgendwelche Pferdebesitzer oder zuständige Dienstbehörden anzuzeigen, es gehe ausschließlich um das Wohl der Tiere.

Bei den beiden Pferden, ein weibliches und ein männliches Tier mit den Namen Flower und Andy, handelt es sich um zwei ältere Traber, die von der jetzigen Halterin vor dem Schlachter bewahrt worden sind, wie die RP vor Ort von Verwandten der Tierbesitzerin erfuhr. Beide Pferde, die auf der Weide standen, machten einen gepflegten Eindruck, waren nicht scheu, wirkten auch nicht verängstigt oder apathisch, kamen, als sie gerufen wurden. Der Futtervorrat für die Tiere (auch Heu) lag verpackt und geschützt im Trockenen in einem Zwinger. Was allerdings fehlte, war Streu für den Standplatz der Pferde. Der Vorwurf des Nabu-Vertreters, eines der Tiere würde lahmen, wurde vom Veterinäramt nicht bestätigt.