Voerde/Rheinberg: Solidarität beim Bio-Gemüseanbau

Voerde/Rheinberg : Solidarität beim Bio-Gemüseanbau

Verein Solawi gegründet: Tinthof in Spellen verpachtet Fläche für Anbau von Erdbeeren oder Rucola.

Die erste Solidarische Landwirtschaft (Solawi) am Niederrhein hat sich im Rheinberger Stadthaus gegründet. 17 Personen kamen zur Gründungsversammlung der Solawi am Niederrhein. Sie beschlossen eine Satzung und legten den Mitgliedsbeitrag fest, der 36 Euro im Jahr beträgt. In den nächsten Tagen will sich der neue Zusammenschluss beim Amtsgericht in Rheinberg ins Vereinsregister eintragen lassen. Schon im März will er beginnen, auf dem Tinthof in Spellen Gemüse und Salat ökologisch anbauen zu lassen. Dazu müssen 70 bis 80 Personen, die "Prosumenten", Anteile zeichnen.

Ein Anteil soll 80 Euro im Monat kosten. "Dafür erhalten die Prosumenten wöchentlich einen Korb mit saisonalem Bio-Gemüse", erläuterte Jens Harnack. "Die Menge ist nicht festgelegt." Als Leiter der Rheinberger Stabsstelle Nachhaltigkeit hat er zusammen mit der Rheinberger Klimaschutzmanagerin Nicole Weber die Organisation im Vorfeld der Vereinsgründung koordiniert.

Dieser besteht aus vier Sprechern, die gleichberechtigt sind. Neben Nicole Weber sind das Rainer Kursch aus Duisburg, Thomas Baszanowski aus Rheinberg und Peter Langer aus Alpen-Menzelen. Das Vorstandsteam komplettiert Noreen Ludwig aus Duisburg als Kassenwartin. Alle Vereinsmitglieder können zu den Vorstandssitzungen kommen, wie zur nächsten Sitzung am Dienstag, 17. Januar, um 19 Uhr im Rheinberger Stadthaus.

Bei dieser Sitzung will der Vorstand unter anderem über die Einstellung von zwei Gärtnern beschließen, mit denen bereits gesprochen wurde. Sie arbeiteten im letzten Jahr auf einer Solawi im Norden von Berlin, der neben Thüringen zu den Räumen gehört, in denen sich die Idee der solidarischen Landwirtschaft früh durchsetzen konnte. Sie besetzen zusammen 1,2 Stellen, die mit 13,50 Euro je Stunde honoriert werden. Auf 10.000 Quadratmetern sollen sie ab März auf dem Tinthof in Spellen zum Beispiel Erdbeeren und Mangold, Bohnen oder Rucola ökologisch anbauen. Diese Fläche pachtet Solawi am Niederrhein von Heike und Christian Hülsermann, die einen Demeterhof an der Weseler Straße betreiben, der durch seinen Rohmilchkäse bekannt ist.

Auf den Tinthof lädt der neue Verein für Samstag, 18. Februar, von 10 bis 13 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein, um sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. An diesem Tag können Prosumenten Anteile zeichnen, vergleichbar mit Anteilen an einer Genossenschaft.

Zurzeit gibt es Interessenten, von denen 70 zu zeichnen haben, also sich für ein Jahr bereit erklären, wöchentlich knapp 20 Euro in Bio-Gemüse und Bio-Salat zu investieren. "Die Zeit ist reif für eine Solawi am Niederrhein", sagt Jens Harnack.

(RP)
Mehr von RP ONLINE