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Dinslaken: So präsentiert die VHS Literatur

Dinslaken : So präsentiert die VHS Literatur

Für besondere Kulturveranstaltungen gibt es in Wesel ein interessiertes und zahlenmäßig starkes Stammpublikum.

Der Anfang 2007 war klassisch dröge. Literatur fand im kleinen Rahmen im wenig anregenden Seminarraum der Volkshochschule statt. Mehr kulturbeflissene Anstrengung mit wichtiger Miene als freudvolle Auseinandersetzung mit Dichtern und Denkern zog nicht so recht. Kein Wunder. Immerhin dockte die Bildungseinrichtung an den damals vielbesprochenen, publikumswirksamen Film "Buddenbrooks" nach Thomas Manns weltberühmten Roman an. "Ganz klein", war die Resonanz, wie sich Claudia Böckmann, die Fachbereichsleiterin Fremdsprachen, Kulturelle Bildung und Hauswirtschaft, erinnert.

Sie suchte nach neuen Wegen und entdeckte, dass es erfreulichen Bedarf für interessant aufbereitete literarische Themen gibt. Nicht in der bildungsbürgerlichen Ecke, sondern in der Breite eines mittlerweile sehr ansehnlich großen Stammpublikum. Warum sonst kommen, wie zuletzt, 40 Besucher in die Gaststätte Himmel & Erde, um sich zum Literaturfrühstück mit Kafkas ebenso rätselhafter wie berühmter Erzählung "Die Verwandlung" zu verköstigen? Das Frühjahrssemester jedenfalls verzeichnete insgesamt Rekordbesuch.

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Bevor sich die Frühstücksreihe mit Anspruch zum Publikumsliebling entwickelte, hatte die Fachbereichsleiterin auch andere Präsentationsformen ausprobiert. Etwa das literarische Trio, bestehend aus Vorbesprechung eines Theaterstücks, Aufführungsbesuch im Bühnenhaus und gemeinsamer Nachbetrachtung. Das funktionierte. Daraus entwickelte sich vor fünf Jahren die Marke "LiteraturPur" mit einem Lesungs- und Vortragsangebot, das im laufenden VHS-Semester drei Literaturfrühstücke und zwei Abendveranstaltungen beinhaltet. Seit fünf Jahren kooperieren städtische Gleichstellungsstelle, die Weseler Stadtbücherei und die VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck.

Veranstaltungsorte sind VHS/Stadtbücherei und jeweils an Sonntagmorgen die Gaststätte Himmel & Erde in Wesel.

"Bei Besitzerin Margit Keunecke bin ich auf offene Türen gestoßen. Sie sorgt für liebevolles Ambiente und reichhaltiges Frühstück", sagt Claudia Böckmann. Spätestens die ausverkaufte Kafka-Veranstaltung zeugt davon, das sich die Marke "LiteraturPur" etabliert hat. Der Zulauf dürfte auch mit dem Vortragenden zu tun haben.

Rudolf Haffner, von Beginn an Mentor der Literaturreihe und vielen als Deutschlehrer am KDG in Erinnerung, ist ein glühender Verfechter guter Literatur und ein Mann, der voller Wissen und Geschichten steckt. Seine tief- und hintergründige Art, Kafkas Erzählung über die äußerliche Verwandlung eines Menschen in einen abscheulichen Käfer zu berichten, ist einmalig. Die positive Entwicklung macht frei, das nächste Semester mit Literaturfrühstücken und Lesungen zu planen. Das Programm steht, und die Literaturfreunde freuen sich.

(RP)