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So lief die Bombenenschärfung in Lohberg

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ausgegraben : So lief die Bombenenschärfung in Lohberg

Bei der Evakuierung gab es nur wenige „Uneinsichtige“. Spaziergänger zum Beispiel, die im Gefahrenbereich noch mit dem Hund raus wollten. Ob im Umfeld der Baustelle noch weitere Blindgänger in der Erde liegen, ist unklar.

Um 22.50 Uhr gab es am Donnerstagabend Entwarnung in Lohberg: Die Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die bei Bauarbeiten auf dem Zechengelände ganz in der Nähe der Hünxer Straße gefunden worden war, war entschärft. Menschen aus etwa 130 Haushalten durften wieder zurück in ihre Wohnungen.

Der Blindgänger war am Nachmittag entdeckt worden – in der Nähe der Zechenwerkstatt, etwa dort, wo früher das Gesundheitshaus war und wo mal ein Netto-Markt gebaut werden soll. Umgehend rückte der Kampfmittelräumdienst an, die Straßen im Umfeld wurden gesperrt. Später wurden alle Gebäude im Umkreis von 250 Metern evakuiert.

„Es war geplant, dass die Entschärfung irgendwann nach 20 Uhr stattfinden würde, weil ab 20 Uhr der Kampfmittelbeseitigungsdienst einsatzbereit war“, blickte Stadt-Sprecher Marcel Sturm auf den Abend zurück. Am Ende wurde es 22 Uhr, weil die Evakuierung Zeit brauchte. „Da gab es auch Fälle, in denen man zunächst uneinsichtige Menschen davon überzeugen musste, das Haus zu verlassen“, erklärt Sturm. Auch wollten etwas weiter entfernt noch Menschen mit dem Hund spazieren gehen. „Auch das mussten wir verbieten und entsprechend erst sicherstellen, dass niemand mehr draußen unterwegs war.“ Die meisten Leute hätten sich allerdings „sehr konstruktiv und verständnisvoll verhalten“.

Ein Sammelpunkt für alle, die zu Hause raus mussten und auf die Schnelle keine andere Unterkunft hatten, war die Grundschule Lohberg. 65 Personen warteten dort ab, bis die Lage wieder sicher war.

„Sehr dankbar sind wir für die tolle Zusammenarbeit mit DRK, Johanniter, Feuerwehr, Polizei“, lobt Stadt-Sprecher Marcel Sturm. Und mit den Maltesern, nicht zu vergessen. Und auch zwei Lehrer halfen in der Schule. Ob in dem Baustellen-Bereich auf dem Zechengelände noch weitere Blindgänger zu vermuten sind, weiß man derzeit nicht.

(szf)