Shuttlebus zum Wahllokal in Rheindörfern kaum genutzt

Viele Briefwähler in Mehrum : Shuttlebus zum Wahllokal in Rheindörfern nur wenig genutzt

Vom Angebot der Stadt machten Bürger aus Rheindörfern wenig Gebrauch

Zum ersten Mal mussten die Bewohner der Rheindörfer Götterswickerhamm, Löhnen und Mehrum abseits ihrer angestammten Wahllokale wählen.

Bei der Europawahl wurde der bis vor kurzem auch für die anderen Wahlen noch im Raum stehende Plan, die einzelnen Wahlkreise in den Rheindörfern aufzulösen und die Bewohner anderen Wahllokalen zuzuteilen, in die Tat umgesetzt. Diese Regelung war in den Rheindörfern auf breiten Widerstand gestoßen, woraufhin Bürgermeister Dirk Haarmann empfahl, den entsprechenden Ratsbeschluss zur Verkleinerung des Stadtrates zurückzunehmen.

In dessen Folge musste ein Wahlbezirk aufgelöst werden. Für die Europawahl galt diese kritisierte Regelung noch.

Ein Sonderbus sollte dabei die Bürger direkt aus ihren Dörfern zu den dafür vorgesehenen Wahllokalen bringen. An der Mehrumer Bushaltestelle herrschte allerdings um 10 Uhr noch gähnende Leere. Eine Viertelstunde vor Abfahrt des Sonderbusses in Richtung des Wahllokals Haus Wessel im Nachbardorf Spellen hatte sich noch kein Mehrumer für die Fahrt eingefunden.

„Wir hatten heute bei unserer ersten Fahrt in Götterswickerhamm eine Familie mit dabei“, erzählte Petra Schilly vom Bürgerbüro der Stadt Voerde, die mit im Bus saß. „Wir hatten viele Bürger, die dieses Mal die Briefwahl beantragt haben“, sagte sie.

In den 50 Minuten zwischen Ankunft des Busses in Spellen und der Rückfahrt Richtung Rheindorf ließ sich kaum ein Mehrumer Bürger am Wahllokal blicken. Von mehreren Einwohnern des Rheindorfes war an anderer Stelle zu hören, dass sie sich aus Protest gegen die neue Regelung mit den Wahllokalen zur Briefwahl entschieden hatten.

„Ich habe gehört, dass viele auch selbst zu den Wahllokalen gefahren sind“, erklärte Bürgermeister Dirk Haarmann am frühen Abend. Das Angebot des Shuttlebusses zur Europawahl nutzten am Nachmittag allerdings dann gar keine Wähler mehr.

(fla)
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