Dinslaken: Shakespeare Company begeistert

Dinslaken : Shakespeare Company begeistert

Sechs Schauspieler in mehreren Rollen zeigten den "Kaufmann von Venedig".

Der Applaus am Ende der Aufführung ist ohrenbetäubend. Das war ganz großes Theater in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums an der Hagenstraße. Die Shakespeare Company Berlin machte bereits zum zweiten Mal Halt in Dinslaken. Sechs Schauspieler in mehreren Rollen zeigten am Freitagabend den "Kaufmann von Venedig" von William Shakespeare. Die Darsteller bewegten sich nahe am Publikum, gaben ihm das Gefühl, Teil des Geschehens zu sein. Die dunkle Komödie wurde zwar klassisch inszeniert, hatte aber an einigen Stellen moderne Anteile. Mit Pauken, Trompeten und Gesang unterstützen die Akteure ihr emotionales Spiel.

Bassanio (Daniel Schröder) möchte die schöne wie kluge Portia (Vera Kreyer) erobern und braucht dafür Geld. Kaufmann Antonio (Oliver Rickenbacher) leiht dem besten Freund 3000 Dukaten und verschuldet sich damit bei Shylock (Stefan Plepp), der als Kreditgeber angefragt wird. Der von den Venezianern verachtete Jude sieht nun seine Chance, sich zu rächen. Er fordert von Antonio, ihm ein Pfund Fleisch aus seinem Körper, "zunächst dem Herzen", herausschneiden zu dürfen, sollte er ihm das Darlehen nicht zurückzahlen können. Dass es am Ende nicht dazu kommt, ist dem Einsatz Portias in einer spektakulären Gerichtsverhandlung zu verdanken.

Die Figur Shylock wurde nicht als reiner Bösewicht inszeniert. So konnte der Zuschauer seine Beweggründe verstehen, ist er doch zutiefst verletzt: "Die Bösartigkeit, die Ihr mir beibringt, will ich ausüben", ruft er verzweifelt.

Die Akteure konnten das Publikum auch mühelos zum Lachen bringen. So amüsierten sich die Menschen über die überzeichneten Bewegungen und das starke Lispeln des Prinzen von Arragon (ebenfalls Daniel Schröder). Auch die Figur Nerissa (Kim Pfeiffer) brachte die Zuschauer mit der übersteigerten Darstellung der Prinzen zum Lachen.

(a.f.)
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