Dinslaken: Seniorin hofft auf Ausnahme für Taxis

Dinslaken: Seniorin hofft auf Ausnahme für Taxis

Hat Monika Zeder einen Arzttermin, ist sie für die Fahrt dorthin auf ein Taxi angewiesen. Doch der Wagen kann die 88-Jährige nicht an ihrer Haustür abholen, da sie am Dinslakener Altmarkt wohnt - der Bereich ist Fußgängerzone.

Das Gehen bereitet Monika Zeder Schwierigkeiten. Die 88 Jahre alte Seniorin ist gehbehindert und nutzt deshalb einen Rollator. Wenn sie einen Arzttermin wahrnehmen oder zum Krankenhaus muss, ist sie auf ein Taxi angewiesen. Doch die Taxifahrer können die Seniorin nicht vor ihrer Haustüre mit dem Wagen abholen, denn sie wohnt an der Eppinghovener Straße, der Eingang zu dem Haus, in dem sich ihre Wohnung befindet, liegt direkt am Altmarkt. Dieser Bereich ist als Fußgängerzone ausgewiesen. "Die Taxis fahren nicht bis zu meiner Haustür. Ein- und aussteigen muss ich am Rittertor, im Bereich der Gaststätte Schnier oder an der katholischen Sankt-Vincentius-Kirche", berichtet Monika Zeder. Doch die Wege dorthin mit Rollator bei Wind und Wetter zurückzulegen, ist für die gehbehinderte Seniorin "eine Qual, denn die Beine geben es nicht mehr her", sagt sie.

Deshalb hat sie sich bei der Dinslakener Stadtverwaltung um eine Erlaubnis bemüht, damit die Taxifahrer sie vor der Haustür abholen können. Doch die erhoffte Ausnahmegenehmigung zum Befahren des Altmarktes, damit sie an ihrer Wohnung ein- und aussteigen kann, wurde Monika Zeder nicht erteilt. Solche Genehmigungen würden nur für kurzzeitige Anlässe, wie beispielsweise Marktveranstaltungen oder Umzuge erteilt, habe es damals in der Begründung der Ablehnung geheißen. In einem Telefongespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter der Dinslakener Stadtverwaltung sei zudem auf die Absperrpfosten hingewiesen worden, die aus ihren Verankerungen herausgenommen werden müssten, damit Fahrzeuge den Altmarkt befahren könnten. Eine freie Zufahrt wäre nach Aussage von Monika Zeder über die Duisburger Straße im Bereich des Restaurants Trullo und der Verbraucherberatungsstelle möglich. In ihrer Not wandte sie sich nun an den Bürgermonitor der Rheinischen Post.

Nach Aussage von Marcel Sturm, Pressesprecher der Stadt Dinslaken, ist es aus reiner Verkehrssicht nicht möglich, für eine Person die geltende Regelung aufzuheben. Ausnahmegenehmigungen müssten von Fall zu Fall beantragt werden und seien zudem kostenpflichtig. Wenn die Arzttermine vor 10 Uhr liegen würden, sei das Befahren das Altmarktes wohl möglich, so Sturm. Er empfiehlt der Anwohnerin, Kontakt zum Seniorenbüro der Stadt Dinslaken aufzunehmen und den Fall dort mit dem zuständigen Mitarbeiter Johannes Hansen im Detail zu besprechen. So ließe sich abklären, was möglich ist, wie der Seniorin geholfen werden kann, um ihre Situation zu verbessern.

Das Seniorenbüro, so Marcel Sturm weiter, sei die richtige Anlaufstelle für ältere Bürger oder deren Angehörige, wenn es um spezielle Fragen zum Themenbereich Alter und Fortbewegung gehe. Zuversichtlich zeigte sich der Pressesprecher, dass für Monika Zeder eine Lösung gefunden werden könne. Das Seniorenbüro befindet sich im Stadthaus Ecke Wilhelm-Lantermann-Straße/Friedrich-Ebert-Straße, Telefon 02064 66-596.

(hsd)