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Voerde: Seniorenwohnen: Politik hat Bedenken

Voerde : Seniorenwohnen: Politik hat Bedenken

Der Haupteigentümeranteil am Gebäudekomplex Rathausplatz in Voerde ist noch nicht verkauft worden. Ludger Ernsting befindet sich weiterhin in Gesprächen mit zwei Investoren, die sich für die Innenstadt-Immobilie interessieren.

"Bislang ist noch kein Kauf vollzogen worden", erklärte gestern Ludger Ernsting, Geschäftsführer der Stadtzentrum Voerde Projekt GmbH. Diese Gesellschaft ist Haupteigentümerin des Wohn- und Geschäftshauskomplexes Rathausplatz 1 bis 51 und der Parkpalette an der Friedrichsfelder Straße. Von beiden Immobilien will sie sich trennen. Ernsting befindet sich weiterhin mit zwei Investoren im Gespräch. Einer der beiden Interessenten beabsichtigt, das Areal für Seniorenwohnen zu nutzen.

Ludger Ernsting und die Stadtzentrum-Gesellschaft haben nach seinen Worten das Ziel verfolgt, pulsierendes Leben in die Voerder Innenstadt zu bringen, den Gebäudekomplex aufzuwerten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Das habe bislang nicht umgesetzt werden können. Die Leerstände hätten für die Gesellschaft den Kostendruck verstärkt und schließlich zu der Entscheidung geführt, ihren Anteil an dem Immobilienbesitz (67 Prozent an dem Gebäude und 83 Prozent an der Parkpalette) zu verkaufen.

"Wir sind nicht angetreten, um Reibach zu machen, sondern um Voerde nach vorne zu bringen", erklärte Ernsting gestern. Das sei nicht gelungen. Nun müsse eine Lösung her, auch wenn dies bedeute, dass der mögliche Käufer Seniorenwohnungen errichten wolle. Doch das widerspricht dem Leitbild für das Innenstadt-Gelände, dort ist ein Geschäftszentrum vorgesehen.

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Mit großer Skepsis begegnet die Voerder Politik den Überlegungen, am Rathausplatz Seniorenwohnungen zu errichten. "Das Projekt ist nicht schlecht, nur ist es dafür der falsche Standort", sagte Stefan Meiners, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Aus städtebaulicher und Voerder Sicht könne man mit dieser Standortwahl nicht zufrieden sein. "Wir wollen in der Innenstadt etwas entwickeln, damit dort Leben herrscht", sagte CDU-Fraktionschef Georg Schneider. Es gehe darum, die Attraktivität des Zentrums zu fördern, die dortige Einkaufsqualität zu erhöhen und damit weiteres Gewerbe anzulocken.

Erschrocken über die Pläne des Investors zeigte sich FDP-Ratsherr Bernhard Benninghoff, der mit seinen 80 Jahren selbst im Seniorenalter ist, sich aber nicht mit Seniorenwohnungen am Rathausplatz anfreunden kann. "Die Vorstellung der Bürger vom Rathausplatz ist zudem eine ganz andere", befand Benninghoff. Das Ziel, den Platz zu beleben, dürfe nicht aus den Augen verloren werden.

"Es besteht die Verpflichtung, etwas zu schaffen, das die Qualität der Stadtmitte steigert", sagte WGV-Fraktionschef Christian Garden und dazu gehöre Einzelhandel. Garden fordert vom Investor, dass dieser in einen Dialog mit der Öffentlichkeit und der Politik eintritt und seine Pläne darlegt. "Wir brauchen Klarheit, was an dieser Stelle im Zentrum geschehen soll", so Garden, der mit der bisher verfolgten Informationspolitik unzufrieden ist. Es gebe noch zu viele unbeantwortete Fragen. Unklar sei beispielsweise, was mit dem Parkdeck geschehen solle. Voerde könne es sich auf keinen Fall leisten, weiter an Attraktivität zu verlieren.

Das sieht auch Linke-Fraktionschef Joachim Kinder so. Seniorenwohnungen an diesem zentralen Platz in der City steht er deshalb sehr kritisch gegenüber.

(RP)