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Seniorenbeirat fordert einen Aufzug am Friedrichsfelder Bahnhof

Bahn setzt weiterhin auf Rampe : Senioren kämpfen für Aufzug am Bahnhof

Der Voerder Seniorenbeirat gibt nicht nach. Das Gremium fordert weiterhin, dass der Haltepunkt der Deutschen Bahn in Friedrichsfeld im Zuge des Betuwe-Ausbaus einen Fahrstuhl bekommt. Die Pläne der Bahn sehen dies nicht vor.

Im Zuge des dreigleisigen Ausbaus der Betuwe-Linie sehen die bisherigen Planungen der Deutschen Bahn vor, dass der Haltepunkt Friedrichsfeld einen barrierefreien Zugang in Form von Geh- und Radwegrampen erhält. Doch mit der Rampe, die etwa 150 Meter lang sein wird und zu den Gleisen führt, kann die Seniorenvertretung sich nicht abfinden. „Der Friedrichfelder Bahnhof braucht unbedingt einen Personenaufzug“, sagt Renate Gerritz, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Voerde. Sie und ihre Mitstreiter aus dem Gremium, zu denen ihre beiden Stellvertreter Martin Mügge und Wilhelm Dickmann sowie Manfred Challier und Jürgen Albri gehören, werden nicht müde, für die Fahrstuhl-Lösung zu kämpfen.

„Versuchen Sie einmal, wenn Sie auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind, mit einem Koffer eine 150 Meter lange Rampe hinaufzufahren, um zu den Bahngleisen zu kommen“, sagt Martin Mügge. Er befürchtet, dass dies für viele Betroffene ein Ding der Unmöglichkeit sein wird. „Und was ist im Winter? Wird die Ramppe dann gestreut?“, fragt der stellvertretender Vorsitzende des Seniorenbeirats. Das Argument, das stets angeführt wird, dass ein Aufzug Randalismus ausgesetzt wäre, lassen Mügge und auch Jürgen Albri nicht gelten. Natürlich könne Randalismus mal vorkommen, aber dann sei nötigenfalls die Bundespolizei gefragt.

Die Seniorenvertretung hat vor wenigen Tagen die CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik, Britta Oellers, Seniorenbeauftragte der CDU-Landtagsfraktion, Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann und Horst Vöge, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK NRW, angeschrieben und sie um Unterstützung in ihrem Kampf um einen Aufzug für den Friedrichsfelder Bahnhof gebeten. Sie werden in dem Schreiben aufgefordert, „alles zu unternehmen, eine für Senioren und Behinderte erträgliche Lösung herbeizuführen, die auch allen anderen Teilen der Bevölkerung eine ,machbare’ Möglichkeit bietet, die ,Bahn’ als Nahverkehrsträger zu nutzen“. Die Seniorenvertretung führt als Argument für die Installation eines Aufzugs auch Umweltaspekte an. Denn in einer Zeit, wo allerorts über die Reduzierung oder sogar Vermeidung von Umweltbelastungen (und dies auch in kleinen Schritten) nachgedacht wird, würde ein Aufzug am Bahnhof Friedrichsfeld sicherlich dazu beitragen, dass Menschen ihren Wagen stehen lassen und statt dessen mit der Bahn fahren. Das trage zur Verringerung der CO2-Belastung bei. Die geplante 150 Meter lange Rampe wird hingegen als ein Hemmniss angesehen, das die Erreichbarkeit der Bahnsteige in Friedrichfeld erschwere. „Die Betuwe-Linie soll ein Bauwerk für eine Jahrzehntezukunft sein, aber bezogen auf den Bahnhaltepunkt Voerde-Friedrichsfeld mit einer Technik ausgestattet werden, die Standards aus den 1950er Jahren entspricht und nicht dem jetzigen Technikstand“, argumentiert der Seniorenbeirat. Deshalb appelliert das Gremium, alles „für eine senioren- und behindertengerechte Erreichbarkeit der Bahnsteige“ zu unternehmen.

der Bahnhof in Friedrichsfeld Foto: Heinz Schild

In ihrer monatlich stattfindenden Sprechstunde für ältere Bürger wurden die beiden Seniorenbeiratsmitglieder Jürgen Albri und Manfred Challier immer wieder von besorgten Bürger angesprochen, wie sie berichten. Viele Friedrichfelder empfänden den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ihrem Stadtteil „als eine Katastrophe“. Zudem befürchteten sie, dass sich die Situation während des Umbaus des Friedrichsfelder Haltepunkts noch verschlechtern würde und sie gar nicht mehr oder nur unter größten Schwierigkeiten auf den Bahnhof kommen könnten.

„Deshalb haben wir schon vor längerer Zeit den Landrat angeschrieben und angeregt, die ehemalige Bahnbuslinie längs der B 8, die von Wesel über Voerde nach Dinslaken führte, mit den früheren Haltestellen Friedrichfeld Hotel Ullrich und Henn op den Damm zu aktivieren“, berichtet Manfred Challier. Dieser Vorschlag wurde damals jedoch abgelehnt. Denn der Kreis Wesel, der für den ÖPNV zuständig ist, vertrat die Ansicht, dass „der letztlich aus Steuermitteln finanzierte Einsatz von Bussen, so sinnvoll er auch für mobilitätseingeschränkte Menschen sein mag, kann nicht dazu angetan sein, die fehlende Barrierefreiheit des Zugangs zum Zug aufzufangen“.

„Wir geben nicht auf und kämpfen“ weiter“, bekräftigen Renate Gerritz und ihre Mitstreiter aus dem Seniorenbeirat ihre Entschlossenheit, sich weiterhin für den nach ihrer Ansicht dringend benötigten Aufzug am Bahnhof Friedrichfeld einzusetzen.