Reportage Am Montag: Sekundarschule ohne Zukunftssorgen

Reportage Am Montag : Sekundarschule ohne Zukunftssorgen

Zum Tag der offenen Tür hatte die Friedrich-Althoff-Schule eingeladen und zahlreiche Gäste kamen. Die Sorgen um die Zukunft der Schule, die in den vergangenen Jahren noch ein Thema waren, scheinen dabei erledigt zu sein.

Dinslaken In den Klassenzimmern und Gängen im Gebäude der Friedrich-Althoff-Schule tobt zum Tag der offenen Tür das Leben. Schüler und Eltern sind hier gleichermaßen unterwegs. Während die einen in den Klassenräumen noch konzentriert arbeiten, sind die anderen hier, um zu schauen, sich zu informieren und am Schulleben teilzuhaben. Der Förderverein der Schule hat in der Mensa ein Bistro eingerichtet. Davor hat sich eine lange Schlange gebildet, Besucher und Schüler wollen Waffeln, belegte Brötchen oder Kaffee haben. Von Sorgen um die Zukunft der Schule, die vor gar nicht all zu langer Zeit noch ein großes Thema waren, keine Spur.

Isabell Hochstrat, die Vorsitzende des Fördervereins der Schule, hat ihren Sohn Miro an der Sekundarschule angemeldet, weil er auf der Realschule nicht zurechtkam. "Aus einem Jungen, der nicht mehr in die Schule wollte, ist jetzt ein Schüler geworden, der gerne zur Schule geht", sagt Isabell Hochstrat. Sie schätzt an der Friedrich-Althoff-Schule, dass die Lehrer hier wert auf ein pädagogisches Konzept legen, das im Leitbild festgeschrieben ist. Außerdem freut es sie, dass hier neue und moderne pädagogische Ansätze schnell umgesetzt werden. "So etwas ist bei anderen Schulen oft nicht der Fall oder dauert manchmal einfach länger", sagt sie. Dazu hat sie auch den Eindruck, dass die Schüler hier mehr wahrgenommen werden, als an anderen Schulen. "Es ist natürlich ein Unterschied, ob man 577 Schüler hat, wie hier, oder doppelt so viele, wie an manch anderen Schulen", sagt sie. Sohn Miro gefällt es auf der Sekundarschule auch besser, als an seiner alten Schule. "Ich fühle mich hier rundum wohl", sagt der 14-Jährige, der in die achte Klasse der Friedrich-Althoff-Schule geht.

Fördervereinsvorsitzende Isabell Hochstrat mit ihrem Sohn Miro. Foto: martin Büttner

Und wenn man sich am Tag der offenen Tür umschaut, scheint man vor allem eines zu sehen: Lächelnde Schüler, denen es scheinbar nichts ausmacht, einen Samstag in ihrer Schule zu verbringen und ebenso zufriedene Lehrer. "Ich habe den Eindruck, unsere Schüler kommen ganz gerne zur Schule", kommentiert Sabine Roth, die didaktische Leiterin der Friedrich-Althoff-Schule, diesen Eindruck. Sie erinnert sich noch gut an die Zeit, an der eine Schließung der Schule im Raum stand. "Das war natürlich ein Thema, dass wir hier auch mit den Schülern intensiv besprochen haben", erzählt sie. Dass dieses Thema in nächster Zeit wieder aktuell werden könnte, kann sie sich nicht vorstellen, auch weil Dinslakens Politik einen Schulfrieden ausgerufen hat. "Wir machen hier unseren Job - und der macht sehr viel Spaß", sagt die Lehrerin.

Auch Schulleiter Silvio Husung blickt gelassen in die Zukunft und glaubt nicht, dass man die Friedrich-Althoff-Schule wieder schließen könne. "Nur die Anmeldezahlen für die 5. Jahrgangsstufe stoßen uns noch immer etwas sauer auf", sagt er. Gerade diese Anmeldezahlen waren ein nicht unmaßgeblicher Grund für Diskussionen um die Schließung der Schule. Dabei wechseln sehr viele Schüler in den Klassen 7 und 8 auf die Sekundarschule. Silvio Husung glaubt, die Eltern seien häufig nicht über das Konzept der Sekundarschule informiert. "Wir sind eine Alternative zur Gesamtschule, wo sehr viele Eltern ihre Kinder anmelden", erklärt Husung. Im Prinzip würden sich die Eltern bei der Sekundarschule für das gleiche Konzept entscheiden. "Und unsere Schüler haben dazu eine Garantie auf einen Platz in der Oberstufe der Ernst-Barlach-Gesamtschule oder des Berufskollegs, wenn sie gut genug sind", erklärt der Schulleiter. Wie gut die Schüler der Friedrich-Althoff-Schule abschneiden, wird sich dieses Jahr zeigen, wenn die Ersten von ihnen einen Abschluss an der Sekundarschule machen. "Darauf sind wir natürlich sehr gespannt", sagt Silvio Husung. Allerdings müsse man mehrere Jahrgänge abwarten, um die Arbeit der Schule beurteilen zu können.

(RP)
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