Dinslaken: Sekundarschule: Andrang wie noch nie

Dinslaken : Sekundarschule: Andrang wie noch nie

30 Neuanmeldungen in den Stufen sieben bis neun - aber vorerst kein neues Personal. Die Schulwechsler aus Dinslaken und Voerde haben kaum Alternativen.

"Wir schaffen das", sagt Silvio Husung optimistisch. Und damit meint der Leiter der Friedrich-Althoff-Sekundarschule nicht etwa, die nötige Anmeldezahl für die Eingangsstufe zu erreichen — sondern, die Vielzahl der neu angemeldeten Schüler zu integrieren. Denn die Sekundarschule, die in den vergangenen Jahren die Mindestanmeldezahl in der fünften Klasse nur knapp erreicht hat, kann sich in den Stufen sieben bis neun vor neuen Schülern kaum retten. 30 zusätzliche Kinder wurden diesmal für das neue Schuljahr 2017/18 angemeldet, 15 allein für die Stufe 8 - das sind so viele wie nie. Die Jahrgangsstufe musste deshalb erstmals um eine fünfte Klasse erweitert werden.

Von den Gymnasien, der Realschule Dinslaken und diesmal auch von der Realschule Voerde kommen laut Silvio Husung die Neuzugänge für die Stufe 8, außerdem Wiederholer der Sekundarschule selbst. Die Gesamtschule und Realschule Dinslaken seien proppevoll, könnten keine Abgänger aufnehmen, die Gesamtschule Voerde hat noch keinen achten Jahrgang. "Also kommen alle zu uns." Viele Eltern, kritisiert der Schulleiter, würden weiterhin nicht den Grundschul-Empfehlungen folgen und ihre Kinder auf eine ungeeignete Schule schicken - von der diese dann irgendwann abgingen.

So sehr die Sekundarschule sich über Anmeldungen im Jahrgang 5 freut - in den höheren Jahrgängen ist die Vielzahl der Neuanmeldungen für die Schule ein organisatorisches Problem. Schon in Jahrgang 6 könne die empfohlene Schülerzahl von 25 pro Klasse nicht eingehalten werden: zwei Klassen haben 27, eine hat 28 Schüler. Die Stufe 7 hat drei Klassen mit 26, 27 und 28 Schülern. In der Stufe 8 konnte die Schülerzahl nur wegen der Bildung einer fünften Klasse, der 8 e, unter 25 gehalten werden: Nun gibt es fünf Klassen mit jeweils 24 Schülern. Die Stufe 9 "war von Beginn an stark", sagt Husung, und daher fünfzügig, weitere Kinder kamen hinzu: Aktuell sind es 143 Schüler in fünf Klassen. Auch hier kommt die Schule an die Klassenstärke von 30 heran.

Weil die Schule erst eine Woche vor den Sommerferien von der Vielzahl der Anmeldungen erfuhr, gab es kaum Möglichkeiten, zu handeln. Natürlich bekomme er für 30 zusätzliche Schüler auch Personal - "aber erst zum Halbjahr", sagt Husung. Um die Vielzahl der Schüler mit den vorhandenen Lehrern unterrichten zu können, wurden Stunden gestrichen: die Ergänzungsstunden, in denen die Schüler gefördert werden. Vor allem für die Stufe 8 waren die Konsequenzen spürbar. Ohne eine zusätzliche Klasse "wäre die durchschnittliche Schülerzahl der einzelnen Klassen so hoch, dass kein zielgerichtetes Arbeiten möglich gewesen wäre und dies nicht dem pädagogischen Konzept unserer Schule entspräche", informierte die Schule die Eltern in einem Brief.

Zudem sei zu erwarten, dass beim Übergang in Stufe 9 weitere Schüler hinzukämen. Eine zusätzliche Klasse aus Abgängern zu bilden - "das ist pädagogisch nicht sinnvoll", so der Schulleiter. Also wurden die Klassen neu eingeteilt - per Losverfahren. Die Achtklässler, so bedauert Husung, erfuhren aufgrund der Kürze der Zeit erst am ersten Schultag nach den Ferien davon. Manche Freundschaft wurde auf diese Weise wohl getrennt - "aber es ging nicht anders", sagt Husung.

Insgesamt besuchen aktuell 572 Kinder die Sekundarschule. Der Jahrgang 5 hat die erforderlichen 60 Anmeldungen erhalten. Husung geht davon aus, dass auch hier im Laufe der Jahre noch Schüler hinzu kommen.

(aha)