Segnungsgottesdienst für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

Den inneren Frieden finden : Segen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer

In der evangelischen Stadtkirche Dinslaken fand ein besonderer Gottesdienst mit Musikprogramm statt.

Es sind etwa 40 Menschen, die auf den Kirchenbänken in der evangelischen Stadtkirche  von Dinslaken Platz genommen haben und der Predigt von Gerhard Greiner, Flüchtlingspfarrer im Ruhestand, lauschen. Greiner zitiert aus einem Essay, den der Grünen-Politiker Omid Nouripour für den „Spiegel“ verfasst hat. Der Autor schildert einen Streit mit seiner Frau darüber, wo die Wiege für das gemeinsame Kind stehen soll. Er sträubt sich dagegen, diese unter das Fenster des Kinderzimmers zu stellen, aus Angst, das Fenster könne zerspringen und das Kind verletzen. „Hier ist Frieden. Hier fallen keine Bomben“, beruhigt die Frau den Politiker, der in den 80er-Jahren mit seiner Familie aus dem Iran nach Deutschland kam. „Flüchtlinge suchen oft über Jahre nach ihrem inneren Frieden. Manche finden ihn, andere nicht“, kommentiert Gerhard Greiner diese Geschichte.

Mit ähnlichen Begebenheiten, die Menschen, die nach Deutschland kommen, nachhaltig traumatisiert haben, hat Greiner Erfahrung. Ebenso wie viele Besucher. Denn es sind Flüchtlingshelfer, Menschen die sich ehrenamtlich engagieren, um jenen zu helfen, die aus ihrer Heimat vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind. Sie sollen in dem Gottesdienst gesegnet werden. Doch erst einmal spüren sie, der Predigt lauschend, der Frage nach, wie Geflüchtete hier Frieden finden können. „Viele Flüchtlinge leiden vor allem unter der Ungewissheit, ob sie hier bleiben dürfen, oder nicht. Das habe ich immer wieder erlebt“, sagt Gerhard Greiner. Diese Erlebnisse seien ein Kreuz für die Geflüchteten. „Menschen hier zu helfen, dieses Kreuz abzulegen, ist für jede Gesellschaft anstrengend“, erklärt Greiner. Und bei dieser Anstrengung leisteten die Flüchtlingshelfer eine wichtige Arbeit.

So ist der Segnungsgottesdienst zugleich ein kleines Dankeschön an die ehrenamtlichen Helfer. Ruth Miketta (Klavier und Gesang) und Günter Denkler (Saxophon und Querflöte) umrahmen den Gottesdienst mit ihren besonderen musikalischen Darbietungen. Die beiden Musiker liefern eigene Interpretationen von Stücken wie „Wonderful World“, bei denen Ruth Miketta mit ihrer gefühlvollen Stimme und dem begleitenden Klavierspiel die Zuhörer in ihren Bann zieht, während Günter Denkler die Stücke mit seinen Blasinstrumenten-Soli veredelt. So bringt das Duo Stücke wie „That’s what friends are for“ oder „Fly me to the moon“ zu Gehör.

Schließlich gibt es dann noch den Segen für die Flüchtlingshelfer. Diese dürfen nach vorne kommen und sich einen Zettel mit einem Bibelspruch nehmen und diesen laut vortragen.

Dann spenden Pfarrer Gerhard Greiner und Pfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen jedem der Flüchtlingshelfer einzeln den Segen.

(fla)