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Schulstreit in Dinslaken: Gegenwärtig wird ein Kompromiss diskutiert

Tragfähige Einigung angestrebt : Schulstreit: Kompromiss wird diskutiert

Die Gremien der Realschule Hiesfeld und der Friedrich-Althoff-Sekundarschule erörtern gegenwärtig einen Vorschlag, durch den das Bürgerbegehren möglicherweise überflüssig wird. Entscheidung soll in nächsten Wochen vorliegen.

Nach Einschätzung von Bianca Bruckermann, Vorsitzende des Schulpflegschaft der Realschule Hiesfeld, ist man „auf gutem Weg, einen Kompromiss zu finden“. Durch ihn könnte eventuell sogar das Bürgerbegehren, das im Zuge der Ratsbeschlüsse zur Entwicklung der Schullandschaft in Dinslaken angekündigt worden war, überflüssig werden. Der mögliche Kompromiss, der gegenwärtig in den Gremien der Realschule und der Sekundarschule diskutiert wird, ist nach Ansicht von Bianca Bruckermann „nicht das Optimum, aber für alle Seiten akzeptabel“. Ähnlich sieht es auch Dirk Liebert, Schulpflegschaftsvorsitzender der Friedrich-Althoff-Sekundarschule. Nach seiner persönlichen Einschätzung ist der Kompromiss tragfähig und stellt „das kleinste Übel für alle“ dar. Thomas Pieperhoff, Sprecher der Dinslakener Stadtverwaltung, erklärte für die Kommune, dass diese natürlich großes Interesse daran habe, dass eine Einigung zustande komme. Ob durch einen Kompromiss die Initiatoren auf das angemeldete Bürgerbegehren verzichten könnten, werde man dann sehen.

Als der Stadtrat im Dezember beschlossen hatte, die Sekundarschule aufzulösen, die Realschule in den Volkspark zu verlegen, um in Hiesfeld Platz für die neu zu gründende Gesamtschule zu schaffen, war die Aufregung groß. Elternvertreter der Friedrich-Althoff-Schule und der Realschule, die sich in der Initiative „Mein Kind – meine Schulwahl“ zusammengeschlossen hatten, meldeten bei der Verwaltung ein Bürgerbegehren an. Ziel sollte es sein, dass die Realschule an ihrem angestammten Standort bleibt und es keine Zügigkeitsbegrenzungen für die weiterführenden Schulen gibt. Mitte Januar fanden Gespräche zum Dinslakener Schulfrieden statt. Bereits in seiner Entscheidung hatte der Rat die Verwaltung in die Pflicht genommen, dass „im Interesse einer transparenten und von beiden Seiten getragenen Lösung“ zeitnah Gespräche geführt werden sollten.

Diese Gespräche bewertete die Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule als „sachlich, gut und konstruktiv“. Alle Seiten seien sich entgegen gekommen. Sie sagte, dass für die Realschule ein Umzug über Jahre und das Pendeln der Lehrer nicht in Frage komme. Details zu einem möglichen Kompromiss nannte sie ebenso wenig wie Dirk Liebert von der Sekundarschule. Erst müsse die Thematik in den Schulgremien besprochen werden. Beide Schulen müssten Kompromisse eingehen, dies gelte auch für die Verwaltung. „Man kommt sich insgesamt entgegen“, sagte Bianca Bruckermann. Aus ihrer Sicht stellt „ein Kompromiss für die Schüler die beste Lösung dar“, mit ihm könnten alle leben, auch wenn jeder etwas zurückstecken müsse. Sie hofft auf die Zustimmung von Real- und Sekundarschule zum Kompromiss.

Die Stadtverwaltung wird zunächst über ihre Gespräche, die sie mit den Vertretungen von Real- und Sekundarschule geführt hat, und die bis zu diesem Zeitpunkt erzielten Ergebnisse mündlich in der Sitzung des Schulausschusses am 21. Februar berichten. Werde ein politischer Beschluss erforderlich, könnte dieser in der nächsten Sitzungsfolge beraten werden, so Pieperhoff.