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Schullandschaft in Dinslaken: CDU gegen faulen Kompromiss

Schullandschaft in Dinslaken : CDU gegen faulen Kompromiss

Die christdemokratische Fraktion will sich noch nicht mit dem im Dezember gefassten Beschluss zur Entwicklung der Schullandschaft in Dinslaken abfinden. Sie  befürwortet ein Bürgerbegehren mit anschließendem Bürgerentscheid.

Anders als es die Ratsmehrheit beschlossen hat, setzt sich die CDU-Fraktion auch weiterhin für den Erhalt der Friedrich-Althoff-Sekundarschule (FAS) und den Verbleib der Realschule an ihrem angestammten Standort in Hiefeld ein. Die gefassten Beschlüsse, in Hiesfeld eine zweite Gesamt­schule zu gründen, die Realschule in den Volkspark zu verlegen und die dort ansässige Sekundarschule auslaufen zu lassen, werden von den Christdemokraten scharf kritisiert. Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing erklärte am Freitag, als er mit Fraktionspressesprecher Fabian Schneider auf das politische Jahr 2018 zurückblickte und einen Ausblick auf die anstehenden politischen Herausforderungen gab, dass diese Entscheidungen „tiefe Einschnitte in die gesamte Schullandschaft zur Folge haben werden“. Die Beschlüsse seien falsch und müssten korrigiert werden.

Wansing sprach von der Zerschlagung des Hiesfelder Schulzentrums. Er geht davon aus, dass nach Umsetzung der Beschlüsse das Gymnasium Hiesfeld und die Realschule am neuen Standort Volkspark massiv leiden und in ihrer Existenz bedroht sein werden. Die Begrenzung der Zügigkeiten der weiterführenden Schulen, die dazu dienen soll, langfristig die Existenz der neu zu gründenden Gesamtschule zu sichern, führt nach Aussage von Wansing dazu, das viele Eltern ihren Nachwuchs nicht zu ihrer Wunschschule werden schicken können. Betroffen seien jährlich etwa 100 Kinder. Dadurch werde der Elternwille nicht berücksichtigt. Hinsichtlich des bereits angemeldeten Bürgerbegehrens zur Schulentwicklung erwartet Wansing, dass dies forciert wird „und dass keine faulen Kompromisse zwischen Teilen der Elternschaft und der Stadtverwaltung geschlossen werden“. Wären Bürgerbegehren und Bürgerentscheid erfolgreich, so Wansing, müsste der Rat sich mit seinen Schul-Beschlüssen neu befassen. Wansing hofft zudem auf zügige Verabschiedung eines Gesetzes, durch das zweizügige Sekundarschulen weitergeführt werden können. Der FAS-Schließungsbeschluss sei viel zu früh gefasst worden. Sollte die FAS erhalten werden können, erfordere es einen Riesenaufwand, sie weiterhin im Schulsektor zu positionieren.

Zu den wichtigen Themen, die auch ins Jahr 2019 hineinwirken und darüber hinaus, zählen für die Christdemokraten die Entwicklung der Bäderlandschaft, die geplante Erweiterung der Deponie Wehofen, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die Sanierung der Stadthalle und die Nutzung des Areals der Trabrennbahn für Wohnbauzwecke.

Kritisiert wird der Bäderkompromiss, der den Ausbau des DINamare am Volkspark und die Sanierung des Freibades Hiesfeld vorsieht. „Hier kriegt jeder alles“, sagte Wansing, und warnte vor der letztlich nicht kalkulierbaren Kostenentwicklung für das Freibad Hiesfeld, das zu einem „Millionengrab werden könnte“. Nach wie vor ist die CDU gegen die Erweiterung der Deponie Wehofen durch Thyssen-Krupp. Mit der am Freitag durch die Bezirksregierung bekanntgegebenen Genehmigung für den dritten Bauabschnitt (Bericht Seite 1) hat Wansing gerechnet. Er hofft allerdings auf so hohe Auflagen, dass die Umsetzung der Erweiterung für Thyssen-Krupp uninteressant ist. Die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes wird als wichtiger Teil des Stadterneuerungsprozesses befürwortet.