Hintergrund : Die Container sollen verschwinden

Dinslakener Stadtverwaltung stellt Konzepte für Moltkeschule und Grundschule Hühnerheide nun vor.

Die Maßnahmen zur zweiten Tranche im Rahmen der Schulsanierung nehmen Gestalt an: Die Verwaltung hat nun die Beschlussvorlage veröffentlicht, in der sie konkretisierte Sanierungskonzepte für die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Hühnerheide und die Moltkeschule vorlegt. Die Konzepte werden das erste Mal im Schulausschuss, der am Mittwoch, 19. September, um 17.30 Uhr im Ratssaal tagt, vorgestellt.

Die GGS Hühnerheide gliedert sich in zwei Bereiche. Das Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1996, die Offene Ganztagsschule (OGS) befindet sich in einem separaten Gebäudeteil, der 2012 erweitert wurde und vom Schulpersonal als funktionierendes Gebäude beschrieben wird. Der OGS-Bereich, so die Stadt, bleibe somit unangetastet und sei nicht Bestandteil der Planung. Das Konzept für die Neuorganisation der GGS Hühnerheide sieht einen Umbau innerhalb des Bestandes für eine zweizügige Grundschule vor. W-Lan wird flächendeckend installiert. Jeder Klassenraum soll mit einem interaktiven Whiteboard ausgestattet werden, neu entstehen sollen Differenzierungsräume. Die Verwaltungsräume werden neu angeordnet. Entstehen sollen ein großer Teamraum und ein Lehrerarbeitsraum. Nahe des Haupteingangs soll es ein Eltersprechzimmer geben.

Lagerräume entfallen. Die fehlenden Flächen werden zum Ausgleich in einem neuen Außenlager, angrenzend an den Multifunktionsraum, untergebracht. Dafür wiederum muss der Weg, der um das Gebäude führt, umgelegt werden. Der Schulhof ist in einem guten Zustand und soll nicht erneuert werden. An der Fassade sind keine Maßnahmen geplant, ausgenommen im Bereich des Schulhofvordachs. Die Oberlichter sollen ausgetauscht werden, da hier ein effektiver Sonnen- und Blendschutz fehlt.

Wie die Verwaltung schreibt, seien die WC-Anlagen der Schule zum Zeitpunkt der Ortsbegehung in einem sehr gepflegten Zustand gewesen, so dass die ProZent GmbH keinen Handlungsbedarf sehe. Allerdings gebe es an der Schule regelmäßig Rohrbrüche in Wasser- und Heizungsleitungen – deshalb sollen diese einschließlich der Grundleitungen erneuert werden. Die Kosten: 2,4 Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für die übergangsweise Auslagerung der Schule während der Bauphase.

Die Ausgangslage: Der denkmalgeschützte Altbau wurde im Jahr 2008 saniert – deshalb sieht die ProZent GmbH für das Gebäude keinen baulichen Handlungsbedarf. Das Schulgebäude aus dem Jahr 1959 hingegen ist in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Die Kellerräume haben ein Feuchtigkeitsproblem. Im rückwärtigen Bereich gibt es keine Regenentwässerung. Bis auf eine im Jahr 2000 erneuerte Dachdämmung ist keinerlei Wärmedämmung vorhanden. Das Gebäude ist auf einem sehr schlechten Baugrund und hauptsächlich aufgefülltem Bauschutt errichtet worden. Es sind keine tragenden Bodenplatten vorhanden. „Eine Aufstockung oder Erweiterung des vorhandenen Gebäudes ist aus den vorgenannten Gründen nur mit unverhältnismäßigem Aufwand umzusetzen und somit unwirtschaftlich“, so die Verwaltung.

Das Konzept: Die Klassencontainer sollen rückgebaut werden, ebenso das Gebäude aus 1959. Stattdessen sollen ein zweigeschossiger Klassentrakt und ein eingeschossiges Bauteil mit Mehrzweckraum und Verwaltung errichtet werden. In der ersten Etage soll ein Therapieraum für die sonderpädagogischen Aufgaben der Schule entstehen. Der Mehrzweckraum orientiert sich zum Schulhof und soll durch eine zu öffnende Fassade auf die Schulhoffläche erweiterbar sein. Es gibt eine ins Gebäude integrierte Schulhofüberdachung.

Ein Teil des Altbaus soll nach Umbau für die OGS genutzt werden. Ein Raum dort soll als Kreativraum auch durch die Schule genutzt werden. Um Spielgeräte & Co. lagern zu können, plant die Verwaltung, einen „Seecontainer“ auf dem Schulhof aufzustellen. Eine Unterkellerung des Neubaus sei aufgrund der Bodenverhältnisse nicht sinnvoll. Der Schulhof soll saniert werden. Kosten: 5,7 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für Übergangsmaßnahmen während der Bauphase. Da auch viele Kinder aus Oberhausen die Grundschule in Barmingholten besuchen, will die Verwaltung „auf der Grundlage der vorliegenden Kostenfeststellung zeitnah Verhandlungen mit Oberhausen hinsichtlich einer finanziellen Beteiligung an den Investitionskosten zu führen“.

(akw)
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