Voerde: Schulassistentin hilft bei erfolgreicher Inklusion

Voerde : Schulassistentin hilft bei erfolgreicher Inklusion

Lena Schardt wird im Unterricht von Michaela Alders betreut. Wenn Probleme bei der Zehnjährigen auftreten, hilft die Schulassistentin weiter.

Die zehnjährige Lena hat das Down-Syndrom. Lesen, schreiben, rechnen, das alles fällt ihr schwer und könnte laut ihrer Mutter besser sein, doch darauf kommt es für Vera Schardt gar nicht an. Viel wichtiger ist es, dass ihre behinderte Tochter in ihrer Klasse der Grundschule Hühnerheide toll integriert ist: "Sie freut sich immer auf die Schule, und man merkt ihr die Fröhlichkeit an. Das ist für mich ein Zeichen, dass sie sich wohlfühlt und es ihr gutgeht."

Lena wird auf Geburtstage ihrer Klassenkameraden eingeladen und übernachtet bei Freunden. Auch auf dem Heimweg von der Schule nach Hause wurde sie schon von anderen Viertklässlern fürsorglich begleitet. "Die Kinder machen es den Erwachsenen vor, dass Inklusion gelingen kann", sagt die Vorsitzende der Lebenshilfe Margot Stieler, die seit dem Schuljahresbeginn im Sommer ihr Angebotsspektrum um den Bereich der Schulassistenz erweiterte.

Um Lena kümmert sich Michaela Alders, wenn es im Unterricht Probleme gibt. Die Schulassistentin nimmt das Kind morgens in Empfang, schaut in der Pause, dass alles in Ordnung ist, und hilft aus dem Hintergrund beim Lernen. "Ich versuche, mich möglichst herauszuhalten, weil das selbstständige Arbeiten gefördert werden soll. Aber wenn etwas ist, dann bin ich da", erklärt Michaela Alders.

Lena profitiert von der Hilfe und wird auch deswegen in der Schule immer selbstständiger. "Sie ist richtig aufgetaut. Lärm mag sie eigentlich gar nicht, doch sie stand schon mit auf der Bühne oder hat auch mit 300 anderen Kindern auf dem Schulhof kein Problem. Es läuft super", erzählt Lenas Mutter.

Die Familie Schardt stellte sich vor Lenas Einschulung die Frage, ob ihre Tochter eine Einrichtung für geistig behinderte Kinder besuchen oder ob sie zur Hühnerheide soll. "Wir entschieden uns für die Hühnerheide und sind extra aus Oberhausen umgezogen, was wie ein Sechser im Lotto für uns war", erzählt Vera Schardt, die die Unterstützung der Schulassistentin gerne annimmt und mit ihr im ständigen Austausch steht.

"Bisher ist es noch Mund-zu-Mund-Propaganda. Aber wir versuchen, noch mehr Familien zu erreichen und auf dieses Angebot aufmerksam zu machen", sagt Margot Stieler, die es sich mit den Offenen Hilfen der Lebenshilfe zur Aufgabe machte, die Inklusion gesellschaftlich voranzutreiben und Kindern mit einer geistigen, körperlichen, seelischen und mehrfachen Behinderung den Besuch einer Regel- oder Förderschule zu ermöglichen. Die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, insbesondere die Teilhabe am Bildungssystem, sowie die Hinführung zu einem weitestgehend selbstständigen und selbstbestimmten Mitwirken sind die Kernziele der Offenen Hilfen. Lena macht es vor, wie es funktioniert.

(gaa)
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