Dinslaken: Schlagloch-Piste im Gewerbegebiet auf Wartebank

Dinslaken : Schlagloch-Piste im Gewerbegebiet auf Wartebank

Beim Endausbau der Fahrbahn im Bereich Drei Eichen kommt es seit Jahren immer wieder zu Verzögerungen.

Die Straße im Gewerbegebiet Drei Eichen gleicht einer Buckelpiste: Schlaglöcher, Sand und Schotter auf der Straßenoberfläche, zu verbauende Pflastersteine stehen am Straßenrand auf Europaletten. Noch immer ist das hier eine Baustraße, die auch als solche ausgewiesen ist - und das zum Unmut vieler Anlieger, die ihre Unternehmen in dem Gewerbegebiet angesiedelt haben. "Es ist sehr dürftig, was hier passiert", sagt Leonhard Trenz, der eine Tischlerei betreibt. Seit Jahren gebe es immer wieder Verzögerungen, die Gewerbetreibenden würden vertröstet.

Wiederholt traten bauliche Mängel auf. Randsteine seien mehrmals neu gesetzt worden, Bordsteine und Gehwege wurden nicht ordnungsgemäß angelegt, erklärt Trenz. Nach Aussagen mehrerer Anlieger stand die Straße im Herbst nach Starkregen unter Wasser. Versickerungsmulden funktionierten nicht ordnungsgemäß, Gullys liefen über.

Die Gründe für die jetzige Situation an den Drei Eichen" reichen zurück bis in das Jahr 2002, als das Unternehmen Bangel Industriebau mit der Erschließung einer Baustraße beauftragt wurde. Laut Stadt Dinslaken erfolgte diese noch im selben Jahr, allerdings sei der Endausbau "trotz mehrfacher schriftlicher Aufforderung durch die Stadt immer wieder verschoben worden". Erschwerend sei zudem gewesen, dass drei verschiedene Büros mit der Planung und Baudurchführung in dem neuen Gewerbegebiet betraut wurden. Dies sei später Ursache des mängelbehafteten Ausbaus der Bordsteine und Gehwege gewesen.

Nachdem der Stadt die Insolvenz von Bangel Industriebau im Februar vergangenen Jahres mitgeteilt worden war, hatten Insolvenzverwalter und Sparkasse die Bürgschaft für die Restarbeiten im darauffolgenden Mai freigegeben. Bereits vor Mitteilung der Insolvenz hatte Bangel Industriebau ein weiteres Unternehmen für Restarbeiten eingesetzt. Daher beauftragte die Stadt dieses Unternehmen, den Vertrag zu erfüllen, um den Endausbau abzuschließen. Nach einer Bestandsaufnahme mussten jedoch zunächst mehrere Baumängel beseitigt werden, so etwa, um die Oberflächenentwässerung zu gewährleisten. Erst danach konnte der weitere Endausbau der Straße erfolgen, der laut Stadt in den vergangenen Wochen durch Frost weiter verzögert wurde.

Schwierig ist die Situation vor allem für Unternehmen, die Kunden in Empfang nehmen oder auf Lieferverkehr angewiesen sind. Alfred Rachner ist Geschäftsführer einer Firma, die sich auf industrielle Automatisierungstechnologien spezialisiert hat. Für den Lieferverkehr sei die Straße keine lustige Angelegenheit: "Es gibt eine hohe Frequenz an Fahrzeugen, die hier durchfahren müssen und rangieren. Da ist der jetzige Zustand haltlos", resümiert Rachner. Zudem sieht er gewisse Fehlplanungen, beispielsweise bei der Parkplatzsituation des Gewerbegebietes. Auf Nachfrage bei der Stadt werde diese aufgrund der Grundstücksverhältnisse nicht mehr geändert werden können. Geplante Baumbepflanzungen würden auf Bitten der Gewerbetreibenden allerdings nicht realisiert werden, da die Rangiermöglichkeiten für den Lieferverkehr sonst "erheblich eingeschränkt" würden.

Mittlerweile ist Rachner mit seinem Unternehmen seit sechs Jahren hier ansässig. Die Situation habe sich seitdem nicht gebessert. "Die Straße ist von Anfang an so gewesen", erläutert er. Die Stadt könne seiner Meinung nach aber nicht viel machen, die Bauunternehmen seien in der Pflicht. Es bringe nichts, Unzufriedenheit im Rathaus abzuladen: "Fakt ist, der Stadt ist das auch ein Unbehagen."

Die geht derzeit davon aus, dass der Fußweg zur Buchenstraße in drei Wochen fertiggepflastert sein sollte. Die Bepflanzung der Grüninseln soll bis Mai vonstattengehen. Und für die abschließenden Asphaltarbeiten erstellt momentan ein zweites Unternehmen ein Angebot, das Mitte April vorliegen soll. Die Vergabe für die Arbeiten erfolge kurzfristig. Die Arbeiten sollen vor dem Sommer abgeschlossen sein.

(DK)
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