Schäfer aus Hünxe fordert die Vertreibung des Wolfs

Herdenschutz : Schäfer fordert Vertreibung des Wolfs

Die vom Land geforderten Schutzmaßnahmen für Schafe reichen nicht aus, meinen die Tierhalter. Sie wollen wissen, was sie noch tun können, um ihre Vierbeiner zu schützen. Wieder gab es Risse.

Den Wolf zu vertreiben (vergrämen), der schon mehrfach Schafe von Kurt Opriel in Hünxe gerissen hat, ist nach Ansicht von Peter Malzbender, Vorsitzender der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes (Nabu), ein gangbarer Weg, der deshalb begrüßt und auch unterstützt wird. Den entsprechenden Antrag auf Vergrämung des Tieres will der Hünxer Schafzüchter stellen, nachdem in der Nacht von Samstag auf Sonntag erneut ein Schaf seiner Herde auf einer mit einem Schutzzaun umgebenen Weide gerissen worden war.

Den Zaun hatte der Hünxer von 90 Zentimeter auf zuletzt 1,20 beziehungsweise 1.40 Meter erhöht, um den Wolf fernzuhalten. Seit September 2018 wurden acht Mal Schafe aus der Herde von Kurt Opriel gerissen. Für sechs dieser Fälle, bei denen insgesamt 14 Schafe getötet und weitere acht so schwer verletzt wurden, dass sie später starben, liegt die Bestätigung des Senckenberg-Instituts vor, dass die Tiere von einem Wolf gerissen wurden.

Martin Tiemann fürchtet um die Sicherheit seiner Tiere. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Um Wölfe aus einem Gebiet zu vertreiben, können beispielsweise Gummigeschosse, Leuchtraketen oder Farbe enthaltende Paintball-Munition eingesetzt werden. Malzbender ist überzeugt, dass die Vergrämung Erfolg verspricht. „Das merkt sich der Wolf und kommt nicht mehr wieder“, sagt der Nabu-Vorsitzende. Das Aufstellen eines Zaunes als Schutz vor dem Wolf sieht Malzbender als nicht ausreichend an. „Effektiv sind ein Zaun und ein Herdenschutzhund.“

Entschieden tritt Malzbender dem Eindruck entgegen, die Naturschutzorganisation könnte aufgrund ihres Einsatzes, den Wolf vor dem Abschuss zu bewahren, möglicherweise etwas gegen Schäfer haben. „Es tut mir um jedes gerissene Schaft leid“, sagt der Malzbender. Der Nabu unternehme seit Jahres alles, damit Schäfer unterstützt würden. Er spricht sich dafür aus, dass sie besser gefördert werden. „Sie leisten wertvolle Arbeit in unserer Kulturlandschaft. Schafe sind im Sinne des Naturschutzes“, stellt Peter Malzbender fest und bekräftigt: „Die Schafbeweidung am Niederrhein soll erhalten bleiben.“ Deshalb sagt der Nabu-Vorsitzende den Schäfern die Unterstützung seiner Organisation zu: „Wenn wir den Schäfern helfen können, werden wir das machen.“ So könnte der Nabu beispielsweise bei der Aufstellung der Schutzzäume im Rahmen seiner personellen Möglichkeiten mit anpacken. Er sieht das Land und die Behörden in der Pflicht, den Schäfern mehr zu helfen. Er kritisiert, dass es für die Schäfer sehr aufwändig sei, Unterstützung zu beantragen, das müsste einfacher möglich sein.

Martin Tiemann versteht die Welt nicht mehr: „Die Wiese von Kurt Opriel gleicht einer Festung, das ist doch keine Schafwiese mehr“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende des Schafzuchtverbandes. Doch selbst diese Festung hat die Wölfin offenbar inzwischen wieder gestürmt. Die Fälle sorgen dafür, dass der Unmut bei den Züchtern in der Region steigt. Zumal die fachgerechte Einzäunung seiner Tiere Kurt Opriel von Behördenvertretern bescheinigt worden ist. Die Vergrämung eines Wolfes, davon sind viele Schäfer überzeugt, funktioniert nie so richtig. Zudem wird so ein Wolf ja auch nur in anderes Gebiet vertrieben, wo er dann wieder für Probleme sorgen kann. „Die Quintessenz der jüngsten Vorfälle ist für uns, dass wir jetzt vom Land wissen wollen, wie wir denn überhaupt noch unsere Schafe schützen sollen“, sagt Tiemann. Keiner wisse mehr, was er noch machen solle. „Wenn der Wolf selbst dann noch zuschlägt, wenn alle Vorgaben eingehalten werden, dann ist die Frage wie es jetzt weitergehen soll“, sagt Tiemann, der bei diesen Forderungen auch von Hans-Josef Geurts aus Weeze unterstützt wird, der Vorsitzender des Bezirksverbandes ist. Der Verband umfasst die Kreise Wesel, Kleve und Viersen. Die Schäfer schütteln den Kopf über die Forderung des Nabu, Herdenschutzhunde einzusetzen. Diese Tiere würden 5000 Euro kosten und nicht jeder Schäfer könne diese speziell ausgebildeten Hunde nutzen.