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Dinslaken: Sauerländer wandern ins 100. Jahr

Dinslaken : Sauerländer wandern ins 100. Jahr

Die Abteilung Dinslaken startet mit einer 18 Kilometer langen Tour rund um den Waldfriedhof Oberlohberg.

Nach und nach wird die Gruppe an Wanderern am Dinslakener Bahnhof größer. Die Frauen und Männer tragen festes Schuhwerk und Regenjacken sowie einen Rucksack. Manche habe auch Walking Stöcke dabei. Die Stimmung ist fröhlich, schließlich scheint die Sonne. "Wenn alle ihre Vorsätze für das neue Jahr einhalten, dann werden viele kommen", sagt Rolf Jaschke, Pressewart des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) Abteilung Dinslaken. "Rund um den Waldfriedhof" — das ist das Motto der ersten Tour im Jubiläumsjahr. Vom Bahnhof geht es mit dem öffentlichen Bus weiter zum Friedhof, wo weitere Wanderlustige warten.

Vor 100 Jahren, am 8. Mai 1914, wurde der SGV-Abteilung Dinslaken im damaligen Hotel Rosenthal, dem heutigen Johannahaus, gegründet. Die erste organisierte Wanderung erfolgte am 21. Juni 1914 und führte die 70 Mitglieder von Oberhausen-Holten nach Dinslaken. Heute kommt der SGV Dinslaken auf 140 Mitglieder, deren Durchschnittsalter bei 70 Jahren liegt. Deutschlandweit hat der Verein etwa 38 000 Mitglieder.

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Am Waldfriedhof in Oberlohberg geht es los. Die gut 30 Mann starke Gruppe macht sich auf den Weg. 18 Kilometer sollen heute gewandert werden. Anfangs ist der Kieselweg noch fest. "Es kann heute sehr matschig werden, weil es so schlimm gewittert hat", sagt Wanderführer Horst Pieper. "Wir lassen uns überraschen. Wenn wir Pech haben, liegen Bäume im Weg." Davon lassen sich die Wanderer aber nicht abschrecken.

Bärbel und Rudolf Sterkenburgh sind seit dem Jahre 2000 im Verein. "Wir hatten beruflich und familiär wenig Zeit. Wir wollten uns ein Hobby suchen", sagt die 70-Jährige und ihr Mann ergänzt schmunzelnd: "2013 hatten wir ein schlechtes Wanderjahr und sind nur auf 650 Kilometer gekommen." Auch in seiner Freizeit geht das Ehepaar gerne wandern. "Die Bewegung tut gut und man bekommt den Kopf frei. Wenn wir abends nach Hause kommen und die Beine ausstrecken, dann wissen wir, wir haben etwas getan", sagt Bärbel Sterkenburgh. Und bei schönem Wetter macht es besonders viel Spaß. Besonders in Erinnerung geblieben sind dem Paar Überraschungen und Pannen auf ihren Touren.

"Wir sind einmal klitschnass in eine Gastwirtschaft gekommen, wo uns die Wirte direkt Handtücher gereicht haben. Auch wollte sie unsere Hosen über der Heizung trocknen", erzählt Rudolf Sterkenburgh. Beim Wandern ist eine gute Ausrüstung notwendig. "Im Rucksack haben wir Notfallversorgung für die Erste Hilfe sowie Essen und Trinken. Heute hab ich nur zwei Äpfel dabei, weil wir gut gefrühstückt haben", sagt die Wanderin. "Wandern ist gut für das Immunsystem. Auch ist es schön, sich mit den anderen auszutauschen, selbst wenn es nur um ein simples Backrezept geht", sagt Ursula Jaschke. Bärbel Sterkenburgh nickt zustimmend.

(RP)