Dinslaken: Saitenzauber mit Spaßfaktor

Dinslaken : Saitenzauber mit Spaßfaktor

Fingerstyle-Gitarrist Werner Lämmerhirt servierte seinem Publikum nicht nur schöne Musik, sondern sorgte mit lockeren Sprüchen und Geschichten auch für einige Lacher bei seinen begeisterten Gästen.

Werner Lämmerhirt hat Spaß. Das sagt er nicht nur, als er sich von seinem Publikum in der Mittelpunkt Sportsbar verabschiedet, sondern man sieht es ihm auch an, wenn er mit seinem Instrument beschäftigt ist. Dann schließt er die Augen, ein Lächeln umspielt seine Mundwinkel, während seine Finger über die Saiten fliegen und er mit dem linken Fuß den Takt der Lieder auf den Boden pocht.

Manchmal bekommt man im Publikum allerdings den Eindruck, der Musiker lasse es zu locker angehen. Nämlich in den – sehr seltenen – Momenten, in denen Lämmerhirt sich verspielt oder mit einem seiner Plektren den Tonabnehmer seiner Gitarre berührt und ein leicht knackendes Geräusch verursacht. Das verzeiht man ihm aber gerne. Nicht nur, weil er immer wieder seine Virtuosität unter Beweis stellt, sondern eben aufgrund der lockeren, teils selbstironischen Art, die der Gitarrist offenbart.

"Es gibt keine falschen Töne – nur schöne und interessante", sagt er. "Und aus den Interessanten entstehen dann meistens neue Stücke." Überhaupt erzählt er seinem Publikum viel zwischen den einzelnen Stücken. Meist geht es um die Entstehungsgeschichte der Lieder, wobei klar wird, dass auch ein Werner Lämmerhirt manchmal Melodien findet, aber dann nach einem Thema für ein Stück suchen muss. Oder wie er sich Inspiration bei seinem persönlichen Helden Bob Dylan holt. "Man muss nur immer sagen, woher die Inspiration kommt – oder in Amerika leben. Ich glaube, denen fehlt da noch ein Guttenberg", scherzt Lämmerhirt. Die Zuschauer lachen.

Doch dann ist da ja auch noch die Musik. Mit seinem Gitarrenspiel und seiner rauchigen Singstimme nimmt Lämmerhirt das Publikum mit. Auf Reisen in die Vergangenheit oder, wie im Stück "Am Strand", ans Meer. Es gibt bluesige Stücke zu hören ("Lass mich nicht stehen"), Liebeslieder ("Bedingungslos") und auch wilde Kompositionen wie "Don's Boogie", ein Stück, das Lämmerhirt dem kanadischen Saitenhexer Don Ross gewidmet hat. "Ich weiß, ich drifte immer mehr in Richtung Balladen ab. Das schreibe ich meinem fortgeschrittenen Alter zu", kommentiert der Gitarrist die Auswahl der Stücke im Programm, die meistens doch etwas besinnlicher und langsamer sind.

Was Werner Lämmerhirt allerdings nicht davon abhält, auf verschiedenen Gitarren sein Können zu demonstrieren und auch noch ein wenig zu experimentieren. "Ich spiele heute erst den zweiten Abend mit Tonabnehmern", kommentiert er die gelegentlich perkussive Begleitung seiner auf den Tonabnehmer klopfenden Plektren. Den Zuschauern gefällt es. Langer Applaus für den Fingerstyle-Gitarristen, der natürlich eine Zugabe spielt.

(fla)
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