Voerde: Romantischer Saitenzauber in Perfektion

Voerde : Romantischer Saitenzauber in Perfektion

Junior Cèsar Zambrana, Stipendiat des Lions Club Voerde, und Alejandro Acosda begeisterten als Duo BiArte das Publikum des Benefiz-Neujahrskonzerts im Rathaussaal Voerde.

Es sind Stimmungsbilder, kleine musikalische Miniaturen, sozusagen die "Lieder ohne Worte" in der spanischen Version. Enrique Granados (1867-1916) schuf mit seinen Valses Poéticos Stücke zwischen lyrischer, sanglicher Spätromantik und jenem Virtuosentum, für das die spanische Gitarrenmusik bekannt ist. Also genau das Richtige, um damit vor ein Publikum zu treten, dem man einerseits ein schönes klassisches Konzert bieten möchte, aber auch zeigen will, dass man etwas gelernt hat. Der Stipendiat des Lions Club Voerde, Junior Cèsar Zambrana, und sein Duo-Partner Alejandro Acosda stellten die Valses Poéticos in den Mittelpunkt des ersten Teils ihres Programms am Sonntag im Ratssaal Voerde.

Seit 1999 lädt der Lions Club Voerde zum Benefizkonzert zugunsten förderungswürdiger Musikstudierender. Das Konzept ist plausibel wie angenehm: Die Stipendiaten selbst gestalten das Programm, stellen sich so ihren Unterstützern vor und garantieren Konzerte auf höchstem Niveau.

"Ohne das Stipendium hätte ich so nicht die Möglichkeit für meine Karriere gehabt", bedankte sich Zambrana beim Lions Club. Er stammt aus Kuba, studierte zunächst dort und schloss als Stipendiat im letzten Sommer sein Masterstudium an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik in Düsseldorf mit Auszeichnung ab. Sein Konzertpartner Alejandro Acosda studiert dort noch im siebten Semester. Mit zwei Werken von Francesco Tárrega demonstrierte er eindrucksvoll, welche Techniken man alle beherrschen muss, um ein Meister auf der klassischen Gitarre zu sein. Läufe über alle Bünde des Gitarrenhalses, Verzierungen, gezupft und gehämmert nur mit dem kleinen Finger der Hand, komplexe Griffkombinationen: da ist der Effekt, auf übereinander gezogenen Saiten mit der rechten Hand Trommelwirbel zu spielen, noch die einfachste Übung.

Auch Zambrana kam nicht an Tárrega, diesem Übervater des klassischen Gitarrenspiels, vorbei. Die Tremolo-Etüde "Recuerdos de la Alhambra" schnurrte nicht nur leicht und einschmeichelnd unter seinen Fingern, sie gehört auch zu Tarregas beliebtesten Kompositionen: ein effektvolles Stück.

Zambrana hat seinen Master in der Tasche, man merkte ihm an, wie leicht er nun aufspielen kann. Bei seinen Solostücken zählten vor allem Ausdruck und Interpretation - dass er das Handwerk beherrscht, braucht er nicht mehr beweisen. Und so klangen selbst seine kubanischen Rhythmen verträumt: Zambrana ließ die Gitarre singen.

Astor Piazzollas "Adiós Nonino" erfährt in der Version für zwei Gitarren durch das dem Flamenco entlehnten Schlagen der Saiten zusätzlichen Druck, die Kompositionen der Beatles wirken im klassischen Gewand um so anspruchsvoller.

"Zeit für noch einen?", fragt Zambrana das Publikum, das sich längst für eine Zugabe von den Stühlen erhoben hat.

Das Resümee zog Wilhelm Krechter, Präsident des Lions Club Voerde: "Welch ein Start, so kann das Jahr weiter gehen."

(bes)