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Dinslaken: Rock'n'Roll im Burgtheater

Dinslaken : Rock'n'Roll im Burgtheater

Regen und Sturm konnte den Besuchern des SYLS-Festivals die Stimmung nicht verderben. Im Burgtheater genossen die Bands und ihr Publikum, das diesmal wieder zahlreich erschien, die Konzerte.

Dick eingepackt und den Reißverschluss der kuschelig warmen Regenjacke bis hoch zum Kinn gezogen, trotzten Carolin Gnygowski und Nicole Andruszkiewicz dem Regen. "Wir sind jedes Jahr hier, das SYLS-Festival gehört während der DIN-Tage einfach dazu — und so oft gibt es hier ja auch keine Feste, das nutzen wir natürlich aus", sagte Nicole.

Im vergangenen Jahr fiel das SYLS-Festival, das für "Support Your Local Scene" steht und Bands im Rahmen des Stadtfestes die Chance bietet, ihre Talente unter Beweis zu stellen, aufgrund organisatorischer Uneinigkeiten aus. Am Wochenende war es dann so weit — der Neustart für das Festival war gekommen.

Gepiercte Punks

Doch auch dieses Jahr schien das Fest unter einem schlechten Stern zu stehen. Das usselige Augustwetter brachte am Samstag jede Menge Sturm und Gewitter mit sich und machte bis zum späten Nachmittag keine Anstalten, den Akteuren und Besuchern einen fröhlichen und vor allem trockenen Konzertabend zu gönnen. "Hier kommen trotzdem alle hin, auch bei Regen. Die Konzerte sind Standard — wir fühlen uns wohl", sagte Carolin und hatte dabei zahlreiche andere Zuschauerinnen und Zuschauer auf ihrer Seite. Ob jung oder alt, ob in Jeans und Pullover, als echter Rocker mit langen Haaren oder als gepiercter Punk mit Irokesenschnitt — das SYLS-Festival im Burgtheater lockte trotz des schlechten Wetters und der Absage im Jahr 2010 ein bunt gemischtes Publikum, das nur darauf wartete, mit den Bands zu feiern.

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Sowohl auf den Rängen im Burgtheater als auch auf der Bühne passte die Stimmung. "Wie geht's euch, Leute? Ach kommt, Wetter ist schön", animierte Sänger Stefan Wieker, die langen Haare zerwuschelt vom Entertainment, seine Fans. Mit seiner Band "Concubine" bot er den Besuchern Alternativ-Rock vom feinsten. "Wir sind das erste Mal dabei und haben super viel Spaß. Hoffen wir mal, dass noch mehr Leute kommen und genau so viel Spaß haben wie wir", sagte Stefan.

Auch die Mädels und Jungs von "Villains Crushing" rockten die Bühne und begeisterten die Gäste. Bei "Valerie" von Amy Winehouse füllte sich der Bereich vor der Bühne mit mehr und mehr Tanzlustigen — Zugaben wurden verlangt, die Band und ihre Rockmusik gefielen. "Supergeil, die Leute sind so gut gelaunt, alles stimmt", sagte Sängerin Mira Oldenkott. "Ich hoffe auf ein nächstes Mal — es ist toll!"

Für noch mehr Stimmung und gute Laune sorgten gegen 21 Uhr die "Fud'ies". Im mittlerweile schön beleuchteten Burgtheater ließen sie fetzigen Rock'n'Roll und bekannte Schlager auf ihre ganz spezielle Art neu aufleben. Die Band, die aus einem Trommelworkshop der Lebenshilfe Dinslaken hervorgegangen ist, war einer der größten Stimmungsmacher des Abends. "Die singen sich hier in die Herzen des Publikums und bekommen bisher am meisten Zuspruch", sagte Anna Kirsch und setzte hinzu: "Die Fud'ies sind auf jeden Fall die Band mit dem größten Spaß auf der Bühne." Spätestens bei "Skandal um Rosi" hatte die Gruppe ihre Zuschauer in ihren Bann gezogen. Als sie dann auch noch das Lied "Knockin' On Heaven's Door" zum Besten gaben, ließen es sich die Besucher nicht nehmen, die Arme im Takt der Musik, und mit brennenden Feuerzeuge in der Hand, zu bewegen, um den "Fud'ies" ein kleines Lichtermeer zu schenken.

"Wir haben Sommerfeeling"

Den absoluten Höhepunkt und gleichzeitig den Schluss des SYLS-Festivals bildeten "Trustgod Simon". Mit Starwars-Leuchschwertern ausgestattet und mit roten und gelben Lichterketten behangen, bot sich den Zuschauern ein unvergesslicher Anblick. Trotz Kälte, aber zum Glück verschont vom Regen, war nun richtig was los.

Mit Sprüchen wie "Prost ihr Säcke, Prost du Sack" oder "Wir haben Sommerfeeling — sollen wir uns ausziehen?", hatte die Band in kürzester Zeit das Interesse der Zuhörer geweckt — die Party konnte losgehen. Mit "Party, Palmen, Weiber und 'n Bier" genossen die Gäste, gemeinsam mit der Schlussband, den Abend in vollen Zügen. Das ein oder andere Bierchen durfte da natürlich nicht fehlen und auch gepogt wurde wieder was das Zeug hält. Ganz klar: SYLS begeistert!

(jus)