Dinslaken: Rimböcks feiern Diamantene Hochzeit

Dinslaken : Rimböcks feiern Diamantene Hochzeit

Es war in Paris, der Stadt der Liebe - dort trafen sich Marga und Volkert Rimböck (heute beide 83 Jahre) zum allerersten Mal. Der Hamburger und die Gahlenerin hatten beide unabhängig voneinander für den 10. Oktober 1956 eine Reise nach Paris gebucht und wurden im selben Hotel untergebracht.

Die damals 21-Jährigen gingen gemeinsam essen - das heißt, sie wollten es. Nur keiner von ihnen war der französischen Sprache so wirklich mächtig und die Speisekarte daher ein Buch mit sieben Siegeln für sie. Also tippten sie auf ein Gericht und bekamen "ein undefinierbares Essen vorgesetzt, Eingeweide war es", erzählt Marga Rimböck. Solch ein Erlebnis prägt wohl und schweißt die Betroffenen fürs ganze Leben zusammen. Denn nachdem beide wieder zurück in ihre Heimatgefilde kehrten, schrieben sie sich. "Mein Mann war damals nach dem Abitur zur Hamburger Polizei gegangen, doch es gefiel ihm dort nicht und eine Chance auf eine andere Laufbahn war so recht nicht gegeben. Also bewarb er sich in NRW um einen Posten und besuchte mich natürlich."

Der kleine Ort Gahlen schien die gleiche Atmosphäre wie Paris auszustrahlen, denn Volkert Rimböck blieb hier, heiratete seine Marga und beide zogen nach Friedrichsfeld. Nach der Heirat entschloss sich Volkert Rimböck zum Studium auf Lehramt und arbeitete schließlich Jahre lang als Konrektor an der Friedrichsfelder Hauptschule. Seit 49 Jahren sind beide der SPD treu verbunden, außerdem waren sie jahrelang im Friedrichsfelder Sportverein. Beide reisen für ihr Leben gern und gehen dort, wenn möglich, ihrem gemeinsamen Hobby, dem Schnorcheln, noch heute nach. "Als der Krieg in Kroatien begann, wurden wir gefragt, ob wir nicht helfen können", erzählt Marga Rimböck. Beide hatten dort ein Haus und ein Boot, und so war es nicht verwunderlich, dass dortige Freunde sie ansprachen. "Damals hörte ich mit meinem Job im Kreistagsbüro der SPD auf und wünschte mir Geld zum Abschied. Wir sammelten weitere Gelder und so konnten wir 17 Hilfstransporte, erst nach Kroatien und später nach Bosnien ermöglichen", erzählt Marga Rimböck.

Inzwischen lebt das Diamanthochzeitspaar in Dinslaken und "wir fühlen uns hier sehr wohl", so Marga Rimböck. Das Geheimnis ihrer Ehe? "Nun, die Stadt der Liebe war es nicht", sagt Marga Rimböck und lacht. "Aber uns verbinden gleiche Interessen und gegenseitiger Respekt. Toleranz muss in einer Partnerschaft gegeben sein. Natürlich hat es auch bei uns früher schon mal gekracht, wenn wir anderer Meinung bei der Kindererziehung waren. Doch das muss eine gute Ehe aushalten können." Bei Marga und Volkert Rimböck hat es das.

Gefeiert wird die Diamanthochzeit im Kreis ihrer großen Familie. Es gratulieren neben all den Verwandten natürlich die drei Söhne, die Schwiegertochter und drei Enkel.

(big)
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