Restaurant vor 25 Jahren eröffnet: deutsch-griechisches Glück in Voerde

Jubiläum für die Taverna Mykonos : Das deutsch-griechische Glück in Voerde

Vor 25 Jahren hat Dimitrios Tsivelekidis sein Restaurant eröffnet. Die „Taverna Mykonos“ brachte Erfolg und Eheglück.

Als Dimitrios Tsivelekidis am 13. April 1994 die Tür seines Lokals an der Frankfurter Straße zum ersten Mal öffnet, erwartet die Besucher französische Küche. Ja, französische Küche. Fast zwei Wochen ist das so – bis zu jenem Samstagabend, als eine größere Gruppe im „Pliester“ – so heißt das Lokal damals in Anlehnung an die früher dort ansässige Kneipe noch – einkehrt und nach dem Blick auf die Speisekarte vom Wirt wissen will, ob er nicht Grieche sei. „Ja“, sagt Dimitrios Tsivelekidis, den viele nur „Dimi“ nennen, wahrheitsgemäß – und muss sich sogleich fragen lassen, wo denn dann bitte Gyros, Tsatsiki, Bifteki und Saganaki seien.

An diesem Abend muss „Dimi“ leider passen, die Gruppe steht auf und verlässt das Lokal – und der damals 35-Jährige fasst einen Entschluss: Am Sonntag bleibt das „Pliester“ zu, und gleich am Montag darauf geht es als griechisches Restaurant weiter, das heute „Taverna Mykonos“ heißt und in der Vergangenheit den Zusatz „Haus Pliester“ im Namen trug.

Auf den Tag genau vor 25 Jahren hat Dimitrios Tsivelekidis an der Frankfurter Straße 379 in Voerde als Gastronom den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Der heute 59-Jährige hatte in Griechenland beruflich einen ganz anderen Weg eingeschlagen: Grundschullehrer wollte er werden – doch nach Abschluss des Studiums 1989 fand Dimitrios Tsivelekidis zunächst keine Anstellung in seinem Heimatland. Er ging zum Geldverdienen nach Deutschland, an den Niederrhein, in Voerdes Nachbarstadt Dinslaken, wo er mehrere Jahre lang in einem griechischen Restaurant arbeitete.

Schließlich kehrte Dimitrios Tsivelekidis nach Hellas zurück, um dort für ein Jahr befristet als Grundschullehrer tätig zu sein. Doch auch danach bot sich ihm keine Perspektive, als Pädagoge in Griechenland zu arbeiten, so dass er 1994 zurück nach Deutschland kam – und in Voerde sein Glück als selbstständiger Gastronom versuchte. Und in seinem Lokal wenig später auch privat fand: 1995 kamen er und seine heutige Ehefrau zusammen, deren Freundin sie in geheimer Verkupplungsabsicht häufiger mit in das Lokal genommen hatte, wie Regina Tsivelekidis lachend berichtet.

Die Anfänge der „Taverna Mykonos“ seien schwierig gewesen, erinnert sich Dimitrios Tsivelekidis. Der zunächst noch fehlende Biergarten machte sich im Sommer als Nachteil bemerkbar. „Die Winter waren immer okay“, erzählt seine Frau Regina. Ganz schwierig sei das Jahr 2003 gewesen, das einen sehr heißen und langen Sommer brachte. „Das war eine Katastrophe. Da habe ich überlegt ,mache ich zu oder nicht?’“, berichtet Dimitrios Tsivelekidis. 2006 schließlich wurde der lang ersehnte Biergarten endlich Realität: „Jetzt ist alles gut, es läuft perfekt“, erklärt der Inhaber der „Taverna Mykonos“.

Die Entscheidung, seine Heimat zu verlassen und nach Deutschland zu gehen, hat er nicht bereut. Natürlich vermisse er Griechenland, aber hier sei sein Zuhause, sagt Dimitrios Tsivelekidis, der mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Spellen lebt. Ein Stück Heimat, der 59-Jährige ist in Kato Theodoraki, einem Ortsteil von Kilkis bei Thessaloniki, aufgewachsen, hängt in der „Taverna Mykonos“: Neben typisch griechischen Motiven, einer Fototapete von der Namen gebenden Insel und von einer engen Gasse, in der ein Restaurant zum Verweilen einlädt, findet sich in einem der Räume auch eine Aufnahme seines Dorfes.

(P.K.)