1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

RP-Sommerinterview Stefan Zimkeit: Reden wir mal über Motorradfahren

RP-Sommerinterview Stefan Zimkeit : Reden wir mal über Motorradfahren

In den RP-Sommerinterviews reden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über Themen, zu denen sie sonst nicht befragt werden. Der SPD-Landtagsabgeordnete erklärt, warum er so gern auf dem Zweirad unterwegs ist.

Herr Zimkeit, reden wir mal nicht über die Politik, reden wir mal übers Motorradfahren. Sie haben kein Auto, sind aber begeisterter Motorradfahrer. Erklären Sie doch mal einem, der nicht Motorrad fährt, was der Unterschied zwischen der Fortbewegung auf zwei und auf vier Rädern ist.

Stefan Zimkeit Dass ich kein Auto habe, liegt nicht daran, dass ich ausschließlich Motorrad fahre. Ich habe das Auto nicht durch ein Zweirad ersetzt und fahre auch nicht mit dem Motorrad im Berufsverkehr. Ich bin ein Schönwetter-Freizeitfahrer. Und dann macht es einfach unglaublich viel Spaß mit der Maschine über möglichst kurvige Landstraßen zu fahren.

Welche Maschine fahren Sie?

Zimkeit Eine Honda CBR 1100 X

Was war Ihr erstes motorisiertes Zweirad?

Zimkeit Ein Yamaha Enduro Mokick.

Ihre Eltern gehörten nicht zu denen, die versucht haben, Ihnen das Motorradfahren auszureden?

Zimkeit. Da habe ich das Glück gehabt, dass ich einen sieben Jahre älteren Bruder habe, der auch Motorrad fahren wollte. Der hat all die Diskussion führen müssen. Bei mir war das Thema dann durch, und ich konnte ohne Debatte den Auto- und den Motorradführerschein zusammen machen.

Können Sie denn die verstehen, die auf die Gefahren des Motorradfahrens hinweisen?

Zimkeit Selbstverständlich. Motorradfahren ist ein sehr gefährliches Hobby und dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man unterwegs ist. Man hat nun mal keine Knautschzone und anders als beim Auto kann man auch schon mal mit der Maschine hinfallen. Ich finde auch, dass Motorradfahren anstrengender ist als Autofahren. Man muss am Lenker ungemein konzentriert sein und für viele Autofahrer mitdenken, um mögliche Gefahrensituationen vermeiden zu können.

Sie fahren natürlich auch im Urlaub Motorrad. Was ist denn für Sie eine ideale Ferienstrecke?

Zimkeit Ein kurvenreiche Mittelgebirgsstrecke, wie man sie zum Beispiel in der Toskana findet. Im Süden sollte es schon sein, weil dort das Wetter einfach besser ist. Optimal ist dann natürlich noch ein guter Straßenbelag.

Kann man denn vom Motorrad aus, die Landschaft genießen? Sie haben ja gerade erzählt, wie sehr der Fahrer sich konzentrieren muss.

Zimkeit Wenn man auf Landstraßen mit einer vernünftigen Geschwindigkeit unterwegs ist, geht das schon. Außerdem ist es mit dem Motorrad viel leichter, einfach mal an einer schönen Stelle anzuhalten als mit dem Auto.

Wenn man Motorradfahrer beobachtet, hat man — anders als bei Autofahrern — den Eindruck, sie gehören automatisch einem weltumfassenden Club an. Ist das so?

Zimkeit Ja, da ist schon was dran. Ich gehöre zwar zu denen, die nicht so gern in der Gruppe fahren, aber wenn ich dann anhalte, komme ich immer sehr schnell mit anderen Motorradfahrern ins Gespräch. Und man kann sich immer darauf verlassen, dass, falls man mal eine Panne hat, ein Motorradkollege anhält und fragt, ob er helfen kann.

Gibt es eine bestimmte Strecke, die Sie unbedingt einmal fahren wollen?

Zimkeit Nein, die gibt es nicht. In Motorradzeitschriften gibt es ja immer mal wieder Tourentipps, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auf die schönsten Strecken meistens aus Zufall stößt. Man fährt so vor sich hin und plötzlich stimmt einfach alles.

Sind Sie schon auf einer Rennstrecke gefahren?

Zimkeit Ich war mal auf der Nordschleife am Nürburgring, aber weil die nicht wie während eines Rennens abgesperrt war, musste man auch wieder so aufpassen, dass von "Rennen" eigentlich keine Rede sein sollte. Aber Rennen fahren ist auch nicht mein Ding.

Das Kriterium, nach dem sie Motorräder beurteilen, ist also nicht die Geschwindigkeit.

Zimkeit Nein, ich weiß nicht einmal genau, wie viele PS meine Honda hat. Da müsste ich jetzt in den Papieren nachsehen. Ich werde auch nie ausprobieren, wie schnell meine Maschine tatsächlich fährt. Was mich am Motorradfahren reizt, sind die Kurven.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE JÖRG WERNER.

(RP)