Voerde: Rat mit Mehrheit für Neugründung einer Gesamtschule

Voerde : Rat mit Mehrheit für Neugründung einer Gesamtschule

Die Entscheidung war abzusehen und kam nicht überraschend. Der Voerder Stadtrat entschied sich gestern mit großer Mehrheit für die Neugründung einer vierzügigen Gesamtschule im Ganztagsbetrieb.

Die Einrichtung soll zum 1. August 2015 ihren Betrieb aufnehmen und den vorläufigen Namen "Neue städtische Gesamtschule Voerde" tragen. Gegründet wird sie am Standort der alten Gesamtschule, die ausläuft. Dagegen stimmten vier Ratsmitglieder, drei von der CDU (Georg Schneider, Jürgen Albri und Jan Langenfurth) sowie Bernhard Benninghoff von der FDP. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass die Realschule Voerde ab dem 1. August 2015 ausläuft.

An der Sitzung nahmen so viele Zuschauer teil, dass die vorhandenen Plätze für sie nicht ausreichten und viele der Männer und Frauen, Kinder und Jugendlichen stehen mussten. Größtenteils handelte es sich Voerder Bürger, die sich für den Erhalt der Realschule stark machen - wie auf einigen mitgebrachten Transparenten zu lesen war - sowie um Jungen und Mädchen, die die Realschule besuchen. Etliche der Anwesenden, darunter Eltern- und Schülervertreter, nutzen die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung, um Probleme im Zusammenhang mit der Schließung der Realschule anzusprechen und Kritik an der Politik loszuwerden.

Von Werner Ellenberger dazu aufgefordert, den betroffenen Realschülern und deren Eltern Sicherheit zu geben, erklärte Bürgermeister Dirk Haarmann, dass er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür einsetzen werde, dass die Jungen und Mädchen, die gegenwärtig die Realschule besuchen, bis zum Schluss vor Ort unterrichtet werden und dort auch ihren Abschluss machen können.

Gefordert war auch Schuldezernentin Simone Kaspar. Bei den Fragen, die sie und der Bürgermeister beantworteten, ging es um das Schulgründungsteam, die Konzeption der neuen Schule und die Frage, ob das Gute der Realschule in die die Gesamtschule hinüber gerettet werden könnte. Zudem sorgten sich manche der Bürger um die Zukunft der Realschullehrer. Auch an Kritik fehlte es nicht. Eine Mutter fühlte sich schlecht und zu spät informiert. Eine andere Mutter sah sich durch den Wegfall der Realschule in ihrem Schulwahlrecht für ihr Kind eingeschränkt.

"Die neue Gesamtschule wird vierzügig gegründet, im ersten und zweiten Jahr kann sie nach Absprache mit der Bezirksregierung fünf- oder sogar sechszügig laufen", stellte die Schuldezernentin klar. Und: "Schulrechtlich musste die Neugründung mit der Auflösung der Realschule einhergehen." Zudem ließ sie keinen Zweifel daran, dass der Stadtrat nach dem Votum der Elternbefragung eine Verpflichtung zur Errichtung der Gesamtschule habe.

Angesichts der vielen Fragen, die die Eltern vortrugen, und der Probleme, die sie beschäftigten, erklärte die Verwaltung, dass sie eine Informationsveranstaltung für die Realschuleltern anbieten werde, in der dann alle Themenkomplexe angesprochen werden können.

(RP)
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