Voerde: Rampen-Test: CDU kritisiert SPD-Alleingang

Voerde : Rampen-Test: CDU kritisiert SPD-Alleingang

Betuwe gehört nach Ansicht der Christdemokraten nicht in den kommunalpolitischen Vorwahlkampf.

Eine Rampe im Kleinformat, soll am heutigen Samstag, 12. Mai, zwischen 8 und 11.30 Uhr während des Friedrichsfelder Wochenmarktes getestet werden können. Die Voerder Genossen, die diese Aktion durchführen, wollen mit der Rampe den beschwerlichen Weg simulieren, den der von der Bahn vorgesehene Zugang zum Bahnsteig vor allem für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bedeutet. Das Unternehmen, das die SPD zu der Aktion eingeladen hat und sich laut Parteichef Stefan Weltgen bemüht, um 10 Uhr einen Vertreter zu schicken, plant eine mehr als 100 Meter lange Rampe. Die Stadt will, dass am Halt Friedrichsfeld zusätzlich dazu zwei Aufzüge installiert werden.

Nach den umstrittenen Aussagen von Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) zu einem möglichst schnellen Ausbau der Betuwe-Strecke hatte die Voerder SPD in einem offenen Brief die CDU-Abgeordneten Sabine Weiss (Bundestag), Charlotte Quik (Landtag) sowie den Voerder CDU-Parteichef Bernd Altmeppen und den Fraktionsvorsitzenden Ingo Hülser eingeladen, den Rampensimulator zu testen und mit ihnen "ein Zeichen für Bürgerfreundlichkeit" zu setzen.

Jetzt haben die beiden Christdemokraten Ingo Hülser und Bernd Altmeppen auf den Offenen Brief geantwortet. Sie werfen dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Stadt Voerde, Stefan Weltgen, vor, ohne die anderen Fraktionen ins Boot geholt zu haben, vorgeprescht zu sein und damit die "geschlossenen kommunalpolitischen Reihen" verlassen zu haben. Im Voerder Rat seien sich alle Fraktion einig gewesen, als die Verwaltung beauftragt wurde, Nachbesserungen im Planungsentwurf durchzusetzen. Darunter falle auch die Forderung, am Bahnhof Friedrichsfeld einen Aufzug zu den Gleisen einzubauen.

Die CDU fragt den Voerder SPD-Chef, ob er der Verwaltung nicht zutraue, die Interessen der Anrainer in Sache Betuwe zu vertreten. Die Christdemokraten verweisen darauf, dass ihnen das Thema zu wichtig sei, "als dass wir durch tumbes Getöse bislang Erreichtes aufs Spiel setzen würden". Betuwe gehöre nicht in den kommunalpolitischen Vorwahlkamp. "Wir müssen weiterhin an einem Strang ziehen - alle Voerder."

Hülser und Altmeppen weisen darauf hin, dass die CDU-Abgeordnete Sabine Weiss seit vielen Jahren "unsere Interessen" in Berlin im Betuwe-Beirat vertrete, zuvor habe dies Dr. Ulrich Krüger (SPD) getan. Charlotte Quik arbeite auf Landesebene täglich am Thema Betuwe, um das Beste für die Betroffenen zu erreichen. Dem Sozialdemokraten Stefan Weltgen halten Hülser und Altmeppen vor, ungeschickt und nicht zum Wohle der Voerder, die entlang der Bahnstrecke leben, gehandelt zu haben.

"Wäre es der Voerder SPD ein wirkliches Anliegen gewesen, etwas für die Bürger zu erreichen, dann hätte sie mit allen politischen Kräften vor Ort eine solche Aktion abgesprochen. Leider gab es aber keine Gespräche."

Stefan Weltgen wird von ihnen aufgefordert, wieder mit allen Fraktionen und der Verwaltung zusammenzuarbeiten.

(P.K./hsd)
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