Dinslaken: Pro Stunde vier Bahnen bis zum Bahnhof

Dinslaken : Pro Stunde vier Bahnen bis zum Bahnhof

Kunden aus dem Duisburger Norden haben schon immer gern in Dinslaken eingekauft. Mit der Eröffnung der Neutor-Galerie haben sich die Besucherströme erhöht. Der Zeit-Takt von Bus und Straßenbahn ist gleich geblieben.

Wenn Walsumer sagen, wir fahren in die Stadt, meinen sie oft nicht Duisburg, sondern Dinslaken. Alte Verbundenheit und die örtliche Nähe spielen hierbei eine Rolle. Die Händler der Neutor-Galerie und in der Fußgängerzone bis hoch zum Altmarkt setzen auf diese Kunden. Aber auch auf Besucher aus Voerde und Oberhausen. Wenn sie ein Auto haben, ist das kein Problem. Und die anderen? Sind auf die Straßenbahn und den Bus angewiesen. Doch reichen die Verbindungen mit dem Duisburger Norden aus?

Walsum und Dinslaken waren schon immer eng verbunden. Und seit vielen Jahrzehnten verbindet die Straßenbahn diese Orte. Bis Mitte der 90er Jahren gab es auf der Linie einen Zehnminuten-Takt und alle Bahnen aus Duisburg fuhren bis zum Dinslakener Bahnhof. Nach einer Fahrgasterhebung wurde das Angebot allerdings reduziert. Nur noch alle 20 Minuten kam eine Bahn. Eine erneute Änderung auf Duisburger Seite bescherte die Einführung des Sieben-Minuten-Taktes bei der 903. Auf Duisburger Gebiet. Von den acht Bahnen, die pro Stunde am Hamborner Rathaus in Richtung Dinslaken starten, kommen aber nur vier am Bahnhof an. Für die anderen vier ist die Fahrt an der Haltestelle Watereck zu Ende.

Und das ist aus Sicht der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) auch ausreichend. Es sei überprüft worden und entspreche dem Bedürfnis vor Ort. Zusätzliche Fahrten könnten angeboten werden. Aber dafür müsste der Nahverkehrsplan geändert werden, und das ist mit Kosten verbunden. Nach Auskunft von Anamaria Preuss von der Pressestelle der DVG gebe es keine Überlegungen, mehr Dinslaken-Fahrten als bislang anzubieten. Auch weil mit der Zugverbindung zwischen Dinslaken und Duisburg-Stadtmitte eine attraktive Alternative vorhanden sei. Diese werde stark genutzt. Die Walsumer können auch mit dem Bus nach Dinslaken kommen: Die Linie 915 fährt vom Franz-Lenze-Platz durch die Dinslakener City bis zur Dorotheenstraße in Lohberg. Der Fahrplan ist sehr übersichtlich: fünf Fahrten sind dort verzeichnet. Einige enden schon am Bahnhof Dinslaken, dann ist mal an der Haltestelle Knappenheim Schluss, und andere fahren durch bis Lohberg. Samstags enden die Fahrten am Bahnhof. Die Linie sei eine Ergänzung zum Angebot der DVG, sagt Günter Schlüter, bei der Niag Leiter der Verkehrsplanung. Für einen dichteren Takt auf dieser Linie sieht das Verkehrsunternehmen keinen Bedarf, die Nachfrage sei nicht vorhanden. Kunden aus Duisburg-Nord spielen für das neue Einkaufszentrum eine große Rolle. Rund 30 Prozent der Besucher kommen von dort, erklärt Centermanager Michael Schneider. Er würde sich über jede weitere Bahn, die bis Dinslaken durchfährt, freuen. Zunächst habe man geschaut, die Neueröffnung hinzubekommen. Nun werde man Zeit haben, sich mit der ÖPNV-Anbindung zu beschäftigen. Für die Stadt Dinslaken ist nach Auskunft der Wirtschaftsförderin Svenja Krämer eine Takterhöhung "aktuell kein Gesprächsthema". Man sehe keine Notwendigkeit, der 15-Minuten-Takt auf der Linie 903 reiche aus. Bei der der momentanen Haushaltslage sei zudem eine Kostendeckung unrealistisch.

(RP)
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