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Prinz, Bauer, Jungfrau: Das ist das erste Dreigestirn für Voerde

Prinz Florian, Bauer Pippo, Jungfrau Benny : Drei Jecken für die ganze Stadt - das ist das erste Dreigestirn für Voerde

Prinz Florian, Bauer Pippo und Jungfrau Benny schreiben Geschichte. Sie sind das erste Voerder Dreigestirn. Zwei Leidenschaften verbinden die drei: Handball und – natürlich – Karneval. Außerdem stehen sie für Voerdes Ortsteile.

Prinz Florian, Bauer Pippo und Jungfrau Benny führen die Narren durch die Session: Die Drei sind das allererste Dreigestirn für Voerde. Worauf sie sich am meisten freuen: „Es ist eigentlich die gesamte Zeit und die vielen Eindrücke, die man da erlebt“, sagt der Prinz in spe – die offizielle Proklamation ist am Samstag. „Bauer“ Pippo hat sich festgelegt: „Der Zug. Das ist das Highlight.“ Und „Jungfrau“ Benny blickt auf die gesamte fünfte Jahreszeit: „Die größte Freude ist, dass sie überhaupt stattfindet.“

Der 1. Voerder Karnevalsverein 1972 und die Karnevalsabteilung des Männergesangvereins „Eintracht“ Spellen haben das Trio gemeinsam aufgestellt. Prinz Florian I., mit bürgerlichem Namen Florian Lützler, ist 26 Jahre alt und verdient sein Geld als Finanzkaufmann. Er sieht sich als ‚Spellner vom ganzen Herzen‘, ist Mitglied des Spielmannzugs Spellen und des Bürgerschützenvereins Frohsinn Mehr-Ork-Gest. Im Dreigestirn repräsentiert die Voerder Rheindörfer.

Bauer Pippo I. – eigentlich heißt er Petrick Markert, doch „Pippo“ ist im Freundes- und Familienkreis sein etablierter Spitzname – ist 36 Jahre alt, in Friedrichsfeld geboren und diesem, wenn es nach ihm geht, besten Stadtteil Voerdes treu ergeben. Beruflich ist er Vorarbeiter in der Industriereinigung. Er hat zwei Kinder im Grundschulalter, ist großer Fan sowohl der Stadt als auch des 1. FC Köln und Mitglied im Bürgerschützenverein ‚Frohsinn‘ Lippedorf. Er repräsentiert natürlich den Stadtteil Friedrichsfeld.

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Die Jungfrau schließlich, Benny I. oder auch Benny Sattler, ist 30 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Sohnes. Benny Sattler wohnt in Voerde, arbeitet als Bauleiter, hat die Liebe zum Karneval in den letzten Jahren in sich gefunden und ist beim 1. Voerder Karnevalsverein 1972 stolzes Elferratsmitglied. Er steht für den Voerder Stadtkern Voerde und den Stadtteil Möllen. Das gemeinsame Motto der drei lautet, in Anspielung auf die Farben ihrer beiden Vereine: „Karneval verbindet. Ob im grünen oder roten Zwirn, dies vereint das Voerder Dreigestirn.“

Dass das Zusammenspiel zwischen ihnen klappt, da können sie sich sicher sein. Sie teilen nämlich noch eine große Leidenschaft: Seit etlichen Jahren sind sie Handballer beim SV 08/29 Friedrichsfeld. Prinz Florian ist da übrigens der Torwart. Ihre sportliche Gemeinsamkeit fiel vor inzwischen zwei Jahren schicksalhaft mit ihrer Leidenschaft für den Karneval zusammen. Just am Tag der Sessionseröffnung des 1. Voerder Karnevalvereins im Jahr 2019 verlor das Handballteam ein wichtiges Spiel, was eigentlich, da war man sich einig, überhaupt nicht hätte passieren dürfen. Bei der Party der Sessionseröffnung machte man sich daran, die Sache karnevalistisch „aufzuarbeiten“. Und so kam man auf den Einfall, ein Dreigestirn zu werden, das für die ganze Stadt Voerde stehen würde.

Wer da welchen Geistesblitz hatte, das lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren, sagt Benny Sattler. „Die Idee ist irgendwie an der Theke entstanden.“ Auch die Rollenverteilung habe sich irgendwie ganz schnell ergeben. Dass Florian Lützler der Prinz sein sollte, „das war sofort klar“. Er ist halt ein Organisationstalent.

Der Vorsitzende des Karnevalsvereins, Martin Scholz, ist glücklich darüber, dass die Träume jetzt endlich verwirklicht werden. Und auch über den frischen Wind: „Das ist die Generation, die jetzt das Ruder in die Hand nimmt“, sagt er. Die Sache solle eigentlich etwas Einmaliges sein, aber wer weiß: „Wenn es ein Riesenspaß wird dann könnte ich mir vorstellen, dass es wieder ein Dreigestirn gibt.“

Schließlich haben sich die beiden beteiligten Vereine in der jüngeren Vergangenheit sehr eng angefreundet. Was nicht bedeutet, dass sie ihre Verschiedenheiten und Traditionen aus dem Blick verlieren wollen, betont Pia Awater von der Karnevalsabteilung von „Eintracht“ Spellen: Die Vielfalt sei schön, und dabei die Gemeinschaft zu zelebrieren, „das ist das Ziel der nächsten Jahre“.