Podiumsdiskussion am Gymnasium Voerde zur Europawahl

Themen Klima und Flüchtlinge : Schüler befragen Parteien zur Europawahl

Am Gymnasium Voerde diskutierten Vertreter von CDU, SPD, FDP, Grünen, Linkspartei und AfD.

Das Bild nach dem Ende der Podiumsdiskussion in der Aula des Gymnasiums Voerde spiegelte zumindest die Stimmung während der Diskussion ganz gut wider: Während Stefan Meiners, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Voerder Stadtrat, von Schülern umringt ist und mit ihnen auf du und du redet, ist Rolf Böhnke, der auf Listenplatz 26 der AfD bei der Europawahl antritt, schon aus der Aula verschwunden. Wohl auch, weil er als Vertreter seiner Partei auf dem Podium einiges an Kritik einstecken musste.

Schon von Meiners Kommentar, er hoffe, die Wähler würden den rechtsextremen Parteien zeigen, wo sie hingehören, nämlich „auf den Müllhaufen der Geschichte“, regierte Böhnke, indem er, statt eine Frage zu beantworten, eine „anständige Debattenkultur“ einforderte. Meiners konterte: „Die AfD schafft es nicht, auf Fragen zu antworten.“ Applaus von den Schülern.

Die erlebten ansonsten eine informative und teilweise recht lebhafte Diskussion zwischen Meiners, Böhnke, Sascha Wagner (Die Linke), Hasan Alkas (SPD), Frederik Paul (CDU) und Beret Roots (FDP), bei der vor allem die Unterschiede zwischen den Parteien offensichtlich wurden. Was wohl auch an den Themen lag, die sich die Schüler für die Fragerunden ausgesucht hatten: Klimapolitik und Umweltschutz sowie Flüchtlinge und Migration. „Wir müssen aufpassen, dass wir die Bürger nicht über Gebühr belasten“, erklärte SPD-Europakandidat Hasan Alkas etwa zur Frage einer CO2-Besteuerung. Sascha Wagner stellte deren Wirkfähigkeit in Frage. „Wir sollten eine sozialverträgliche Klimawende schaffen“, sagte Frederik Paul, der Vorsitzende der Jungen Union im Kreis Wesel. Eine Ansicht, der sich auch Beret Roots anschloss: „Wir können nicht die Bürger schröpfen“, sagte die Europakandidatin der FDP. Derweil bemühte sich Rolf Böhnke, die Zweifel seiner Partei an einem von Menschen verursachten Klimawandel zu verteidigen, während Meiners der Ansicht war, Deutschland wäre technologisch und wirtschaftlich sehr wohl in der Lage, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz zu übernehmen. Beim Thema Flüchtlinge prallten ebenfalls unterschiedliche Meinungen aufeinander. „Alle Parteien sind dazu aufgerufen, die Frage der Menschenwürde in den Vordergrund zu stellen“, sagte Sascha Wagner, Landesgeschäftsführer der Linken.

Während Frederik Paul und Beret Roots für Auffanglager in Nordafrika plädierten, erklärte Rolf Böhnke, Europa müsse bei Konflikten eventuell früher intervenieren und mehr Entwicklungshilfe vor Ort leisten. „Wir können in Deutschland nicht allen helfen“, sagte er.

Am Ende forderte Frederik Paul noch mal alle Schüler auf, zur Wahl zu gehen. Und auch Stefan Meiners betonte, die Schüler sollten sich viel mehr einbringen. „Europa ist das, was ihr daraus macht“, sagt der Fraktionschef der Grünen in Voerde.

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