Voerde: Pestalozzigelände: Unterlagen für Wohnbebauung liegen aus

Voerde : Pestalozzigelände: Unterlagen für Wohnbebauung liegen aus

Voerder Stadtrat soll am 17. Oktober die Grundlage für die Entwicklung des früheren Schulreals schaffen. Bis 13. September sind Stellungnahmen möglich.

Die Weiterentwicklung des Geländes der ehemaligen Pestalozzischule zu einem Wohnquartier geht in die nächste Phase: Im Rathaus liegt für die Dauer von einem Monat der Bebauungsplanentwurf mit weiteren Unterlagen öffentlich aus. Dazu gehören unter anderem die Ergebnisse der Artenschutzprüfung, eine Prognose zur Schallimmission, umweltbezogene Stellungnahmen der Nachbarkommunen und der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, ein Konzept zur Versickerung des Regenwassers und ein Lageplan zur Gestaltung des Waldrandes.

Die Anregungen und Einwendungen, die im Zuge der Offenlage des Bebauungsplanentwurfs eingehen, münden in einen "Abwägungsvorschlag" der Verwaltung, über den die Politik zunächst in einer Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 5. Oktober beraten wird, wie Dezernent Wilfried Limke auf Anfrage erläutert. Regulär tagt das Fachgremium bereits am 20. September, also eine Woche nach dem letzten Tag der Offenlage. Ergo würde für die Auswertung der eingegangenen Anregungen und Bedenken nur wenig Zeit bleiben. Die Entscheidung über die Aufstellung des Bebauungsplans würde der Stadtrat dann am 17. Oktober treffen. Damit hätte der Bebauungsplan Rechtsgültigkeit. Und ab dann wäre angesichts der vorhandenen Planungssicherheit mit dem Kauf des Geländes durch den Investor zu rechnen, wie Limke erläutert. Der Vertrag sei "im Entwurf fertig" und werde gerade von beiden Seiten notariell geprüft. Limke geht davon aus, dass das Gelände zum Jahresende oder Anfang 2018 abbruchfähig ist. Wann genau der Abrissbagger anrücken wird, kann der Dezernent nicht sagen.

Ende April hatte der Stadtrat entschieden, dem Investor für die Entwicklung des ehemaligen Schulgeländes zu einem Wohnquartier den Zuschlag zu geben, der dort insgesamt 72 Wohneinheiten (davon 34 öffentlich gefördert) schaffen will. Der älteste Gebäudetrakt im Bereich Alexanderstraße/Ecke Bahnhofstraße soll erhalten bleiben und laut Limke "komplett saniert" werden. Der Dezernent zeigt sich über den Fortbestand eines Teils der früheren Pestalozzischule erfreut. Damit werde etwas "Geschichtsbildendes" belassen - was aus seiner Sicht auch "identitätsstiftend" ist. Wichtig sei, dass die Folgenutzung nicht Sache der Stadt ist, sondern des Investors, sagt Limke und erinnert an eine Bedingung für den Erhalt dieses Gebäudeteils.

Mit der Entwicklung der früheren Pestalozzischule zum Wohnquartier verlieren die Krickerhauer die in jenem Trakt gelegenen Räume ihres Heimatmuseums. Ein Ausweichquartier sei gefunden, teilt Limke mit.

Um welchen Standort es sich handelt, konnte der Dezernent gestern noch nicht sagen - was er mit der Suche nach einem Umzugstermin begründete.

(P.K.)